Warnstreik bei Paradiesfrucht

Erster Warnstreik der Unternehmensgeschichte

Magdeburg, 02. Oktober 2019

Pünktlich vor dem 30. Tag der Deutschen Einheit, ist den Beschäftigten der Paradiesfrucht GmbH nicht zum Feiern zu Mute. Im Gegenteil: Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten hat zu einem vierstündigen Warnstreik aufgerufen. Seit frühmorgens um 5:30 Uhr versammeln sich die Beschäftigten lautstark vor dem Werkstor.

Hintergrund ist die Aufforderung der Gewerkschaft an den Arbeitgeber, Tarifverhandlungen über die Arbeitsbedingungen der rund 250 Beschäftigten an den Standorten Salzwedel und Immekath aufzunehmen. Dies lehnt die Geschäftsführung jedoch ab und ließ bereits zwei von der Gewerkschaft vorgeschlagene Verhandlungstermine verstreichen.

„Bis 2018 galt für viele Beschäftigte eine 42-Stunden-Woche. Auch heute arbeiten die Beschäftigten jeden Monat rund einen Tag länger als vergleichbare Arbeitnehmer, wenige Kilometer weiter in Niedersachsen. Dafür bekommen sie weniger Urlaub und weniger Lohn. Schon im Einstiegslohn erhalten sie bis zu 30 % weniger. Dabei haben die Beschäftigten einen erheblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung ist das eigentlich ein Skandal.", erklärt Thomas Gawron, Verhandlungsführer der NGG-Region Magdeburg.

Am heutigen Mittwoch werden übergreifend für mindestens vier Stunden zwei Schichten gemeinsam die Arbeit niederlegen, um ihrem Ziel – „wir wollen faire Arbeitsbedingungen" – lautstark näher zu kommen.

Gegen den Geschäftsführer Wiesner hat die Gewerkschaft unterdessen Strafanzeige gestellt. „Die Geschäftsführung hat versucht, ein Mitglied der Beschäftigten-Tarifkommission strafzuversetzen und finanziell schlechter zu stellen, weil es sich aktiv für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzt. Das ist ein unfassbarer Verstoß gegen die Grundrechte jedes Arbeitnehmers, den wir nicht hinnehmen werden.", begründet Thomas Gawron.

Nachfragen an den Verhandlungsführer Thomas Gawron unter: 0160 - 4911249

 

Hier findest du die Pressemitteilung als PDF.