Erster Warnstreik in der Ernährungsindustrie Sachsen seit der Wende!

Beschäftigte des Tiefkühlkost-Produzenten Frosta legen die Arbeit nieder

Mit einem Warnstreik haben heute Mittag Beschäftigte des Tiefkühlkost-Produzenten Frosta in Lommatzsch bei Meißen Druck gemacht. Sie wollen ihre Löhne an das Niveau vergleichbarer Betriebe in Westdeutschland angleichen. Über 700 Euro monatlich beträgt der Verdienstabstand zum Frosta-Schwesterbetrieb in Bremerhaven bei Facharbeitern.

Mit der zweistündigen Arbeitsniederlegung bei Frosta fand der erste Streik in der sächsischen Ernährungsindustrie seit der Wende überhaupt statt. Unterstützt wurden sie von Beschäftigten anderer Lebensmittelbetriebe des Tarifgebiets der sächsischen Ernährungsindustrie wie Unilever Auerbach, Cargill Riesa/Ölwerk, Bautz‘ner Senf, Sonnländer Rötha (Edeka). Gemeinsam wollen sie die Lohnmauer einreißen. Der Warnstreik bei Frosta ist nur der Anfang!

Die erste Tarifverhandlung der sächsischen Ernährungsindustrie am 16. Dezember 2019 ging ohne Ergebnis zu Ende, die zweite Verhandlung findet am 31. Januar 2020 statt. Neben einer Angleichung der Verdienste an das Niveau vergleichbarer westdeutscher Betriebe fordert die zuständige Gewerkschaft NGG, die unterste Lohngruppe auf 12 Euro anzuheben. Damit soll nicht nur heute Armut verhindert werden, sondern auch im Alter. Denn Niedriglöhne von heute sind die Armutsrenten von morgen.