Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt

Der Streikzug rollt - Erster Halt: MEG in Jessen -

Mit einem mehrstündigen Warnstreik haben die Beschäftigte des Lidl- Getränkeabfüllers MEG Jessen Druck für Lohnerhöhungen gemacht. Sie wollen ihre Löhne an das Niveau vergleichbarer Betriebe in Westdeutschland angleichen. Mehrere hundert Euro monatlich beträgt der Verdienstabstand zu Schwesterbetrieben der Schwarz-Gruppe in Westdeutschland. Die MEG Jessen füllt als Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe Mineralwasser für die Handelsunternehmen Lidl und Kaufland ab.

In vielen Betrieben und Branchen steht im 30. Jahr der Deutschen Einheit immer noch eine Lohnmauer. Die Beschäftigten von MEG und der anderen Betriebe der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt wollen das nicht weiter hinnehmen. Gemeinsam wollen sie die Lohnmauer einreißen. Der Warnstreik bei MEG in Jessen ist nur der Anfang, weitere Streiks werden folgen.

Die erste Tarifverhandlung der Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalt am 20. Januar ging ohne Ergebnis zu Ende. Neben einer Angleichung der Verdienste an das Niveau vergleichbarer westdeutscher Betriebe fordern wir, die unterste Lohngruppe auf 12 Euro anzuheben. Damit soll nicht nur heute Armut verhindert werden, sondern auch im Alter. Denn Niedriglöhne von heute sind die Armutsrenten von morgen.

Bei der MEG in Jessen arbeiten ca. 150 Beschäftigte, in allen Betrieben des Tarifvertrages der Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalts über 4.000 Menschen. Zum Tarifgebiet gehören unter anderem die sachsen-anhaltinischen Standorte der Sektkellerei Rotkäppchen und des Feinkostherstellers HOMANN.