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Klatschen allein reicht nicht! Streiks gehen weiter! Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt: Verhandlungen gescheitert!

05. Juli 2020

Da sich die Arbeitgeber weiterhin weigern, über die Lohnangleichung zu verhandeln, hat die Tarifkommission die Verhandlungen für gescheitert erklärt und beschlossen, die Warnstreiks fortzusetzen.

Die Weigerung der Arbeitgeber über Lohnangleichung überhaupt zu verhandeln, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten Monaten mit ihrer Arbeit die Lebensmittelversorgung sichergestellt haben. Zurecht gab es viel Zuspruch und Unterstützung aus Politik und Bevölkerung. Das muss jetzt auch auf eurem Lohnzettel ankommen. 30 Jahre nach der Wende wollen wir die Lohnmauer endlich einreißen!

Den Startschuss für die neue Streikwelle gaben die Kolleginnen und Kollegen von Homann in Rogätz mit einem 24-stündigen Warnstreik. Es ist bereits die dritte Arbeitsniederlegung bei dem Feinkosthersteller in der aktuellen Tarifrunde. Und auch die Beschäftigten des Lidl-Getränkeherstellers MEG Leißling traten in der vergangenen Woche erneut in den Warnstreik.

Die Beschäftigten wollen ihre Löhne an das Niveau vergleichbarer Betriebe in Westdeutschland angleichen. Bei Homann beträgt der monatliche Verdienstabstand beispielweise bei bis zu 800 Euro im Vergleich zu den vergleichbaren Homann-Standorten Lintdorf und Dissen in Niedersachsen bei Facharbeitern. Zudem soll die unterste Lohngruppe mindestens 12 Euro betragen, die anderen Lohngruppen sollen entsprechend angepasst werden.

 „Aktuell nutzen die Arbeitgeber die Corona-Pandemie, um ihre Beschäftigten noch weitere Jahre mit Billiglöhnen abzuspeisen. In den meisten Betrieben hat Corona zu mehr Arbeit und guten Umsätzen geführt" erläutert der Vorsitzende der NGG Ost und Verhandlungsführer, Uwe Ledwig.

Bereits im Februar und März hatte die Gewerkschaft zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, die aber wegen der Corona-Epidemie ausgesetzt wurden.

 „In den vergangenen Monaten haben die Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft unter schwierigen Corona-Bedingungen ihre Arbeit gemacht und so die Lebensmittelversorgung gesichert. Sie wurden richtigerweise als systemrelevant eingestuft. Jetzt erwarten die Beschäftigten, dass das auch auf ihrem Lohnzettel ankommt. Ich bin mir sicher, dass der heutige Streik nur der Anfang ist“ so Ledwig weiter.

Zum Tarifgebiet gehören unter anderem die sachsen-anhaltinischen Standorte der Sektkellerei Rotkäppchen, des DEVAUGE Gesundkostwerkes Tangermünde, des Getränkeherstellers Leisslinger und weitere.