Bezirk

Erstes Gespräch mit dem Unternehmen ohne Ergebnis beendet HARIBO: Kundgebung, Samstag, Platz der Völkerfreundschaft

19. November 2020

Die Beschäftigten am Standort in Wilkau-Haßlau begrüßen die VertreterInnen des Unternehmens

Das erste Treffen zwischen Betriebsrat und Unternehmen ist ohne Ergebnis beendet worden. Das Gespräch hat bestätigt, was wir schon geahnt haben: Die Entscheidung den Standort in Wilkau-Haßlau zu schließen, ist rein strategisch. Es hat weder mit der Produktivität hier vor Ort zu tun, noch mit der Arbeitsleistung der Beschäftigten. 

Vielmehr habe das Unternehmen ausgeführt, Kapazitäten in Deutschland bündeln zu wollen, um Kosten zu sparen. Die VertreterInnen des Unternehmens wurden von einem Spalier der Beschäftigten empfangen, die deutlich gemacht haben, was die geplante Werksschließung für sie bedeutet. Die Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, dass hier im Werk nicht 150 anonyme Personen arbeiten, deren berufliche Existenz aus strategischen Gründen aufs Spiel gesetzt wird. Es geht um Mütter und Väter, die jetzt plötzlich von der Arbeitslosigkeit bedroht sind. Um Kinder, die neben der Arbeit ihre pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen, um Familien die Angst haben, den Hauskredit nicht mehr bezahlen zu können. Ich frage mich, ob eine solche Unternehmensführung und Entscheidung, im Sinne des Unternehmensgründers Hans Riegel und seiner Söhne und deren Unternehmensphilosophie gewesen wäre.

Der nächste Gesprächstermin findet am 30. November statt. 

Am Samstag, dem 21. November, findet der regionale Protesttag auf dem Zwickauer Platz der Völkerfreundschaft statt. Der heutige Termin hat die Entschlossenheit der Beschäftigten, für ihr Werk zu kämpfen, noch weiter verstärkt. Wir werden nicht zulassen, dass HARIBO aus dem Osten verschwindet. Der Goldbär muss in Sachsen bleiben. Dafür werden wir am Samstag ein starkes Zeichen setzen!

Der Platz der Völkerfreundschaft bietet genug Raum, um Mindestabstände auch mit vielen TeilnehmerInnen einzuhalten. Die NGG fordert alle TeilnehmerInnen auf, die Corona-Bestimmungen einzuhalten. Dazu gehört die Maskenpflicht. An dem Tag soll nichts anderes in Zentrum stehen als das Anliegen der Kundgebung: Der Erhalt des Werkes und der Arbeitsplätze. Weitere Hinweise gibt es auf der Veranstaltung vor Ort.

Die Kundgebung findet unter Einhaltung der bestehenden Hygienebestimmung statt.

Wer nicht zur Kundgebung kommen kann ist aufgefordert, die Petition für den Erhalt des Werkes unterstützen: https://bit.ly/3ldseps

Materialen:

HARIBO Herz als Logo 

Aufruf zur Kundgebung am 21. November

Plakat zur Kundgebung in A3 (zum Aufhängen im Fenster)

Plakat zur Kundgebung in A4 (zum Aufhängen im Fenster)

Aktuelle Informationen gibt es auf unserer Facebookseite

Hintergrund

In der letzten Woche wurden die Beschäftigten von HARIBO Deutschland im Werk Wilkau-Haßlau informiert, dass das Werk Ende des Jahres schließen soll. Sozialverträgliche Lösungen sollen angeboten werden - 500km von Familie, Heimat und Freunden entfernt. Wer dass nicht möchte, könne sich ja beim Arbeitsamt melden. Das Werk in Wilkau-Haßlau bei Zwickau besteht seit über 30 Jahren. Es ist das einzige Werk im Osten! Wir wollen, dass diese Tradition weitergeht!