Der Streikzugrollt weiter! Beschäftigte der MEG lassen sich nicht erpressen!

Streik für Lohnangleichung West

Streik der Beschäftigten bei Leisslinger Mineralbrunnen und Himmelsberger Mineralbrunnen in Jessen!

Die Produktion stand still. Seit Monaten befinden wir uns in Tarifauseinandersetzungen in der ostdeutschen Ernährungsindustrie. Es geht um den Abbau der noch bestehenden Lohnunterschiede zwischen Ost und West. Mit dem Streik wehren sich die Beschäftigten der Getränkebetriebe von Lidl gegen ein Erpressungsmanöver des Arbeitgebers.

Die Mitteldeutschen Erfrischungstränke (MEG) sind eine Tochter der Schwarz-Gruppe, die die Lebensmittelketten Lidl und Kaufland betreibt. An drei Standorten in Sachsen- Anhalt (Leißling, Jessen und Roßbach) produzieren und füllen über 600 Beschäftigte Erfrischungstränke ab. Bekannte Produkte sind die Lidl-Eigenmarken Saskia (Mineralwasser) oder Freeway (verschiedene Erfrischungsgetränke). Obwohl die Arbeit dieselbe ist, wie in westdeutschen Standorten, liegen die Tariflöhne immer noch deutlich niedriger. Gegenüber dem vergleichbaren Betrieb in Kirkel (Saarland) beträgt der Unterschied für einen Facharbeiter rund 900 € im Monat.

Am 3. August 2020 fanden Tarifverhandlungen zum Abbau der Lohnunterschiede statt. Bei der Verhandlung befand man sich auf der Zielgeraden, es trennten die Parteien für einen Angleichungsplan bis 2025 nur noch 156 €. Dann folgte eine sehr dreiste Erpressung der Arbeitgeberseite mit dem Verhandlungsführer Herr Alemic des Verbandes der Ernährungswirtschaft (VdEW) und den betrieblichen Arbeitgeber- Vertreter der MEG, Dr. Gerken und Frau Kunath. Einen Tarifabschluss gäbe es nur, wenn die Betriebsräte der MEG-Betriebe in Leißling, Roßbach und Jessen vorab eine Betriebsvereinbarung zur vollen Flexibilisierung der Arbeitszeit unterzeichnen. Diese wäre mit einem Verzicht auf alle Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte und völliger Aufgabe alle individuellen Rechte der Beschäftigten auf Arbeitszeitsouveränität verbunden. Die Betriebsräte haben das vehement abgelehnt, aber prinzipielle Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

Es war klar, dass es schwierige Tarifverhandlungen werden. Das erinnert mich stark an vergangen geglaubte Zeiten beim Discounter LIDL. Erpressung sollte da nicht zum Repertoire gehören", so Uwe Ledwig, Landesvorsitzender der NGG Ost und Verhandlungsführer für den Tarifvertrag Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt. Ein Betriebsrat formulierte in Anlehnung an eine LIDL -Werbung: „LIDL lohnt sich, leider für uns Mitarbeiter nicht!"


Die Arbeitgeberseite will für die Westangleichung die völlige Flexibilisierung der Arbeitszeit und setzt die Betriebsräte unter Druck.
Damit kommen Sie nicht durch!

 

 

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