Vandemoortele Teiglingswerk Dommitzsch Beschäftigte stimmen für Fortsetzung des Streiks

15. Dezember 2021

Seit Montag stehen alle Anlagen im Teiglingswerk Dommitzsch still. Die Auswirkungen des Streikaufrufs der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind nicht zu übersehen. Nachdem es in der 3. Lohntarifverhandlung keine Lösung gab, haben die Beschäftigten des Betriebes des belgischen Lebensmittelkonzernes Vandemoortele die Arbeit niedergelegt. Auf der heutigen Streikversammlung beschlossen die Beschäftigten, den Arbeitskampf zu verlängern. Wie lange der Streik dauert, wird nun täglich entschieden.

„Die Streikenden stehen geschlossen und sind bereit, auch länger zu streiken. Dieses Signal geht von der heutigen Streikversammlung aus. Wir sind verhandlungsbereit, das Unternehmen muss sein bisheriges Angebot überdenken“, erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG. „Wir wollen schnell deutliche Lohnsteigerungen auf mindestens 12 Euro in der untersten Lohngruppe und dann in Richtung 13 Euro. Das ist nicht zu viel verlangt. Ein international agierender Lebensmittelkonzern wie Vandemoortele sollte eigentlich selbst den Anspruch haben, raus aus den Niedriglöhnen zu kommen.“

Es besteht kein Zweifel, dass die Kolleginnen und Kollegen dafür Druck machen werden und auch einen langen Atem haben.

Hintergrund:

Die 3. Lohntarifverhandlung für die Beschäftigten des Teiglingswerkes Dommitzsch am Montag ging ohne Ergebnis auseinander. Bisher erhält ein Großteil der Beschäftigten in der Verpackung, in der fast ausschließlich Frauen arbeiten, noch einen Stundenlohn von unter 11 Euro. Im Teiglingswerk in Dommitzsch arbeiten etwa 150 Menschen. In Schichtarbeit werden Teiglinge hergestellt, vorgebacken und vorgefrostet. Sie gehen dann in den Handel und die Gastronomie.

Für das Margarinewerk in Dresden, auch ein Betrieb des Vandemoortele-Konzerns, gelang der NGG im letzten Jahr ein Tarifabschluss. Auch dieser Einigung mit dem Unternehmen ging ein Streik voraus.