Start der Tarifverhandlungen am 19. November 2021 Brandenburger Gastronomie: Höherer Lohn gegen Fachkräftemangel dringend erforderlich

18. November 2021

Am morgigen Freitag, dem 19. November starten die Tarifverhandlungen über höhere Löhne in der Brandenburger Gastronomie.

Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte kehren ihrer Branche zunehmend den Rücken. Unternehmen im Hotel- und Gaststättengewerbe finden kaum noch Arbeitskräfte. Ein wichtiger Grund: Die niedrigen Verdienste in der Branche.

Um die Arbeit der Gastro-Beschäftigten aufzuwerten und die Branche wieder attraktiver zu machen, fordert die zuständige Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine armutsfeste untere Lohngrenze von 13 Euro. Die übrigen Löhne sollen entsprechend erhöht werden und die Ausbildungsvergütungen um monatlich 200 Euro steigen.

„Wir erwarten von den Arbeitgebern ein deutliches Signal in Richtung Zukunft. Wertschätzung und Anerkennung für die Gastro-Beschäftigten muss sich auch im Geldbeutel niederschlagen“, sagt Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG-Region-Berlin-Brandenburg. Der Gewerkschafter weiter: „Ohne deutliche Lohnerhöhung stimmen die Beschäftigten weiter mit den Füßen ab und der personelle Aderlass in der Branche dauert an. Wir hoffen, die Arbeitgeber erkennen die Zeichen der Zeit!“

Für die Berliner Hotellerie und Gastronomie ist jüngst bereits ein Tarifabschluss geglückt. „Mit 12,72€ zum 01. Oktober 2022 für die unterste Lohngruppe ist mit dem Abschluss in Berlin ein erster Schritt gemacht worden. Lohnerhöhungen, die den Beschäftigten und der Branche zugutekommen, müssen das Gebot der Stunde sein“, so Riesner weiter.

Hintergrund:

Im letzten Jahr haben rund 5000 Menschen das Brandenburger Hotel- und Gaststättengewerbe verlassen. Neuere Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor. Der Trend ist jedoch ungebrochen. Mit der Abwanderung von Beschäftigten stoßen viele Gastronomiebetreiber mit dem Geschäftsbetrieb nun an ihre Grenzen.

Wie eine Auswertung von Arbeitsmarktdaten ergeben hat, liegen die Einkommen der Gastro-Beschäftigte zum Beispiel in Potsdam 42 Prozent unterm Schnitt. Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, die eine Vollzeitstelle haben, kommen demnach auf ein mittleres Monatseinkommen von aktuell nur 1.916 Euro brutto. Zum Vergleich: Branchenübergreifend liegt der Median bei Vollzeit in Potsdam bei 3.305 Euro.         

                     

Kontakt: Sebastian Riesner, Mobil: 0163 5842028, Mail: sebastian.riesner@ngg.net