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Streik bei der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland und Co.)

Update: Arbeitsgericht weist Arbeitgeberantrag ab - NGG drängt auf inhaltliche Lösung
١. أبريل ٢٠٢٦

Seit gestern, 6 Uhr, sind die Beschäftigten des Getränkeherstellers MEG in Leißling und Jessen zu einer 48-stündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Die MEG ist ein Produktionsbetrieb der Schwarz-Gruppe und produziert Mineralwasser und Erfrischungsgetränke für die LIDL-Filialen und Kaufland-Märkte des Unternehmens. Auch die zur Schwarz-Gruppe gehörende Großbäckerei Bonback in Halle ist zum Streik aufgerufen.

Das Unternehmen versuchte gestern, vertreten durch den Arbeitgeberverband, den Streik am Standort Leißling durch eine einstweilige Verfügung vor dem Arbeitsgericht Halle einzuschränken und den bereits mit der Gewerkschaft vereinbarten Notdienst auszuweiten, um Teile der Produktion zu sichern. In einer späten Entscheidung am Mittwochabend wies das Gericht den Antrag auf einstweilige Verfügung in allen Punkten zurück. Das Unternehmen behält sich vor, in Berufung zu gehen.

„Wir wollen eine inhaltliche Lösung in den Tarifverhandlungen“, betont NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig. Ledwig weiter: Es kann nicht sein, dass die Schwarz-Gruppe mit milliardenschweren Umsätzen und dem namentlichen Eigentümer, dem reichsten Deutschen, sich weigert, in ernsthafte Tarifverhandlungen zu treten und stattdessen auf solche Maßnahmen zur Einschränkung des Streikrechts setzt. Her mit einem verhandlungsfähigen Angebot und die Streiks sind vom Tisch.“

Die Gewerkschaft fordert Schritte zur Angleichung der Löhne der Standorte im Osten an vergleichbare Verdienste der westdeutschen Standorte des Unternehmens. Die Lohnunterschiede gehen von mehreren hundert bis über tausend Euro im Monat. Diese ungleiche Bezahlung ist nicht mehr hinnehmbar. Die Beschäftigten machen das mit der großen Streikbeteiligung deutlich. Die Schwarz-Gruppe dürfe sich nicht mehr hinter anderen Unternehmen im Tarifgebiet Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt verstecken.


Weitere Informationen: 

An den MEG-Standorten in Leißling und Jessen arbeiten 420 bzw. 140 Menschen, weitere 600 an den Standorten Roßbach (PET-Produktion/120) und Weißenfels (Verwaltung/500). Bei Bonback in Halle gibt es derzeit 210 Beschäftigte mit steigender Tendenz.

Zum gesamten Tarifgebiet Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt gehören insgesamt 15 Betriebe mit gut 3000 Beschäftigten. Neben den Betrieben der Schwarz – Produktionsgruppe gehören dazu folgende Unternehmen: Ditsch in Oranienbaum, Rotkäppchen Sekt in Freyburg, Burger Knäcke und Hasa in Burg, Freiberger in Osterweddingen sowie Füngers Feinkost in Oranienbaum, Gaensefurther Schlossbrunnen in Hecklingen (Hassia-Gruppe), die Deutsche Tiernahrung Cremers mit den Standorten Könnern und Herzberg als auch die Schokoladenfabrik Wergona in Wernigerode und das Majoranwerk MAWEA in Aschersleben. 

Zwei Verhandlungsrunden blieben bisher ohne Ergebnis.

Mit großer Beteiligung hat heute ein zweitägiger Streik bei dem Getränkehersteller MEG Leißling und Jessen und der Großbäckerei Bonback in Halle begonnen. Sie produzieren für die führenden Lebensmittelhändler LIDL und Kaufland und sind Töchter der Schwarz-Gruppe, die alle Unternehmen vereint. 

Die Beschäftigten streiken, weil sich das Unternehmen weigert, bestehende Lohnunterschiede zu den westdeutschen Standorten der Unternehmensgruppe abzubauen. Die Lohnlücke beläuft sich auf mehrere hundert bis über tausend Euro, je nach Tarifgruppe. Das wollen die Streikenden nicht länger hinnehmen und kämpfen in der laufenden Tarifverhandlung der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt für eine Lohnangleichung. Neben den Betrieben der Schwarz-Gruppe sind dort noch andere Betriebe, z.B. Rotkäppchen in Freyburg oder Ditsch in Oranienbaum. 

„Die bestehenden Unterschiede im Entgelt für dieselbe Arbeit sind nicht mehr vermittelbar. Die Beschäftigten machen Druck für eine Lohnangleichung. Es ist Zeit, die Lohnmauer einzureißen“, sagt Uwe Ledwig, Vorsitzender der NGG Ost und Verhandlungsführer für die Lebensmittelgewerkschaft.  

Er kritisiert: Die finanzstarke Schwarz-Gruppe versteckt sich hinter anderen Betrieben in der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt. Sie predigt intern Unternehmenswerte wie Leistung, Vertrauen und Respekt, lässt aber diese gegenüber den Beschäftigten vermissen. Die Streiktage sind ein Auftakt, weitere können folgen, wenn es beim Unternehmen und dem Arbeitgeberverband kein Umdenken gibt.“ 

Zur Mittagszeit erreichte die Gewerkschaft die Nachricht, dass der Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft (Verband der Ernährungswirtschaft in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt) vor dem Arbeitsgericht Halle gegen den Streik vorgehen will und eine einstweilige Verfügung anstrengt. Dazu soll noch heute eine Verhandlung stattfinden. Die Gewerkschaft bezeichnet es als beschämend, dass das Unternehmen und der Arbeitgeberverband versucht diesen Weg zu gehen, anstatt sich ernsthaft mit den berechtigten Forderungen der Beschäftigten auseinanderzusetzen. Bereits das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass Tarifverhandlungen ohne das Recht auf Streik nicht mehr als kollektives Betteln sind. Und die Zeit, dass Beschäftigte im Osten um gerechte Löhne betteln, ist vorbei! 

 Kontakt: Uwe Ledwig, Vorsitzender des Landesbezirk Ost der NGG und Verhandlungsführer, Mobil: 0171/761 62 93, E-Mail: Uwe.Ledwig@ngg.net 


Weitere Informationen: 

An den MEG-Standorten in Leißling und Jessen arbeiten 420 bzw. 140 Menschen, weitere 600 an den Standorten Roßbach (PET-Produktion/120) und Weißenfels (Verwaltung/500). Bei Bonback in Halle gibt es derzeit 210 Beschäftigte mit steigender Tendenz.

Zum gesamten Tarifgebiet Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt gehören insgesamt 15 Betriebe mit gut 3000 Beschäftigten. Neben den Betrieben der Schwarz – Produktionsgruppe gehören dazu folgende Unternehmen: Ditsch in Oranienbaum, Rotkäppchen Sekt in Freyburg, Burger Knäcke und Hasa in Burg, Freiberger in Osterweddingen sowie Füngers Feinkost in Oranienbaum, Gaensefurther Schlossbrunnen in Hecklingen (Hassia-Gruppe), die Deutsche Tiernahrung Cremers mit den Standorten Könnern und Herzberg als auch die Schokoladenfabrik Wergona in Wernigerode und das Majoranwerk MAWEA in Aschersleben. 

Zwei Verhandlungsrunden blieben bisher ohne Ergebnis.

Nach zwei Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft (VdEW Niedersachsen/Bremen und Sachsen-Anhalt) liegt erneut kein verhandlungsfähiges Angebot vor. Bereits in der ersten Verhandlung erklärten die anwesenden Arbeitgeber deutlich, dass sie nicht bereit sind, die Löhne in ihren „Ostbetrieben“ auf Westniveau zu heben.

Dazu erklärt Uwe Ledwig, Vorsitzender der NGG im Osten und Verhandlungsführer für die Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt:

 „Noch immer – 36 Jahre nach dem Mauerfall – betragen die Lohnunterschiede zu westdeutschen Schwesterbetrieben oder vergleichbaren Branchen in den 16 Betrieben und über alle Lohngruppen zwischen 273 Euro bis 2.274 Euro im Monat. Die Mauer aus Beton stand 28 Jahre. Die Lohnmauer soll nach dem Willen dieser Arbeitgeber somit wohl noch im Jahr 2099 bestehen“. 

In der ersten Verhandlung boten die Arbeitgebervertreter – bei bis zu 6 Monaten ohne Erhöhung – in vier Schritten (jeweils zum 01.07. der Jahre 2026 bis 2029) 2,8%, 2,7%, 2,5% und 2% an. Die Laufzeit des Vertrages sollte 4 Jahre bis 4 Jahre und 3 Monate betragen. 

Das heutige Angebot blieb unverändert, lediglich der Abstand zum Mindestlohn von 13,90 Euro soll um 10 Cent – aber auch erst zum 01.07.2026 – erhöht werden. Damit liegt das Angebot deutlich unter den Abschlüssen der Vergleichsbetriebe

Ledwig weiter: „Das kann nur auf absolutes Unverständnis stoßen und muss für viele Beschäftigten wie ein „Knüppel auf den Kopf“ wirken und es widerspricht ihren wohlfeilen Worten. Angeblich gibt es für sie kein Ost und West mehr. Beim Lohn aber definitiv schon und es gibt keinen Willen, daran etwas zu ändern.


Zum Hintergrund: Zum Tarifgebiet gehören insgesamt 15 Betriebe mit gut 3000 Beschäftigten. Davon unter anderem 4 Betriebe (3x MEG und Bonback) der Schwarz – Produktionsgruppe (Lidl, Kaufland) mit gut 800 Beschäftigten, Ditsch, Rotkäppchen Sekt, Burger Knäcke, Freiberger und Hasa (Südzucker AG), Füngers (Wernsing-Gruppe), Schlossbrunnen Gaensefurther (Hassia-Gruppe), 2 Betriebe Deutsche Tiernahrung Cremers, Wergona und Maewa Aschersleben.

Diese Betriebe sind in 6 verschiedenen Tariftabellen aufgespalten. Die vereinbarten Stundenlöhne differieren im Ecklohn (Facharbeiter) zwischen 16,00 Euro bis 18,66 Euro. Die Einstiegslöhne liegen zwischen 13,07 Euro bis 13,77 Euro

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