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Update: Zukunft für das Congress Hotel Chemnitz!

Gewerkschaft kämpft mit der Belegschaft für eine Zukunft des Hauses und der Arbeitsplätze!
28. януари 2026
UPDATE Chemnitz, 28. Januar 2026

Oberbürgermeister trifft sich mit Hoteleigentümer

Die Schließung des Congress Hotel Chemnitz zum 31. Januar 2026 ist von der Betreibergesellschaft Maya Hotel Operations beschlossen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Belegschaft kämpfen weiterhin darum, diese Entscheidung noch abzuwenden.

Bereits gestern war der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze zu Gast bei den Beschäftigten des Congress Hotels. In Gesprächen mit der Belegschaft sicherte er den Kolleginnen und Kollegen seine Unterstützung zu.

Für heute ist ein Gespräch des Oberbürgermeisters mit den Eigentümern des Hauses angekündigt. Welche Konsequenzen dieses Gespräch für die Beschäftigten und die Zukunft des Hotels haben wird, ist derzeit offen.

Der Oberbürgermeister stellte gegenüber der Belegschaft klar, die vom Betreiber angeführte Begründung für die Schließung sei aus seiner Sicht nicht zwingend

Eine Einstellung des Hotelbetriebes sei nicht notwendig. 

Das gibt den Beschäftigen des Congress Hotels Hoffnung, dass die Schließung nicht alternativlos ist“, erklärt Thomas Lißner von der NGG Dresden-Chemnitz. „Jetzt erwarten wir, dass Betreiber und Eigentümer sich Gesprächen über andere Lösungen nicht länger verweigern.“

Die NGG fordert weiterhin alle Möglichkeiten zu prüfen, um den Hotelbetrieb und die Arbeitsplätze zu erhalten. Das Congress Hotel ist ein Wahrzeichen der Stadt Chemnitz und ein wichtiger Arbeitgeber.


UPDATE Chemnitz, 27. Januar 2026

#savethehochhaus: Kampf um den Fortbestand des Congress Hotels Chemnitz

Die Beschäftigten des Congress Hotels Chemnitz wollen um den Fortbestand des Hauses kämpfen. Das haben sie auf einer Versammlung am Freitag beschlossen. Am Dienstag hatte die Betreibergesellschaft Maya Hotel Operations angekündigt, das über Chemnitz hinaus bekannte Hotel zu schließen. 

Unter dem Hashtag #savethehochhaus rufen die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft NGG ehemalige Gäste des Hauses auf, in den sozialen Medien ihre Erlebnisse des Aufenthalts zu schildern und eine Botschaft für den Fortbetrieb des 97 Meter hohen Wahrzeichens der Stadt zu senden.

Einen prominenten Unterstützer haben die Hotelbeschäftigten bereits. Der Alterspräsident des Bundestages und LINKEN-Politiker Gregor Gysi lobt in einem Video-Statement den Service und Qualität des Hotels, in dem er jüngst zwei Tage nächtigte. Er hinterfragt die Schließungsgründe und fordert: Man sollte nicht an Schließen denken, sondern an Aufrechterhalten.

-> Hier zum Video

Gregor Gysi wendet sich an die Inhaber und bietet seine Bereitschaft an mit ihnen zu sprechen. „Es muss doch einen Weg geben, dieses Hotel zu retten. Es ist wichtig für die Stadt Chemnitz, für die Gäste und vor allem für die Belegschaft.“  Gysi eindringlich: „Nicht schließen! Reden Sie mit uns, um Wege zu finden, das Hotel zu retten!“

Das sieht auch Thomas Lißner von der NGG Dresden-Chemnitz so: Die nächsten Wochen sind entscheidend! Wir fordern vom derzeitigen Betreiber sowie dem Eigentümer des Hauses, der Immobilienfirma Aroundtown, andere Pläne als die Schließung des Hauses zu prüfen.“ 

Der Gewerkschafter weiter: „Es geht um Zukunft des Hauses und der Belegschaft! Dafür brauchen wir auch die Unterstützung der Stadt und Politik, damit das seit über 50 Jahren bestehende und geschichtsträchtige Hotel weiterbetrieben werden kann und nicht dem Verfall preisgegeben wird. Eine Rettung ist möglich, wenn der Wille dazu da ist.

Für die nächsten Wochen planen die Beschäftigten weitere Aktionen, um den Druck auf Betreiber und Politik aufrecht zu erhalten.


Chemnitz, 21. Januar 2026

Ein Traditionshotel und seine Belegschaft stehen vor einer ungewissen Zukunft. 

 

Das bekannteste Hotel in Chemnitz, das Congress Hotel, soll geschlossen werden. Das kündigte die Betreibergesellschaft Maya Hotel Operations an. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine Zukunft für das traditionsreiche Haus und die Belegschaft. 

Derzeit arbeiten knapp 40 Menschen im Hotel, 7 davon Ausbildende. Erst 2024 feierte das zu DDR-Zeiten als Interhotel errichtete Haus sein 50-jähriges Jubiläum.
Die NGG kritisiert, der bisherige Betreiber hätte das Haus nicht nachhaltig geführt und anscheinend nie ein Interesse gehabt, das Hotel langfristig zu führen. So gebe es nach Informationen der Gewerkschaft einen Investitionsstau, u.a. würde es für den Brandschutz keine Genehmigung mehr geben. In den letzten neun Jahren wechselte dreimal der Betreiber, das Personal wurde runtergefahren. Eine Idee, das Haus weiterzuentwickeln, fehlte.

„Die Entscheidung des Betreibers, das Hotel zu schließen, ist ein Arschtritt für die Beschäftigten“, sagt Thomas Lißner von der NGG Dresden-Chemnitz. 

Er kritisiert: „Die Maya Hotel Operations hat das Jahr der Kulturhauptstadt noch mitgenommen. Das Congress Hotel war komplett ausgebucht, das Personal arbeitete monatelang am Anschlag mit enormen Überstunden. Jetzt heißt es einfach Tschüss und das Haus und die Beschäftigten stehen vor einer ungewissen Zukunft. Das ist eiskaltes Geschäftsgebaren.

Dieses Verhalten ist inzwischen typisch für große Immobilien- und Investmentfirmen. Sie steigen in den Hotelmarkt ein, um kurzfristig Geld zu machen, investieren aber nicht nachhaltig in die Häuser. Das Risiko wird oft auf eine Betreibergesellschaft verlagert oder ein Unternehmen, welches das operative Geschäft betreibt. 

Der Eigentümer des Congress Hotels ist das Finanz- und Immobilienunternehmen Aroundtown, das in den letzten Jahren zahlreiche Hotels in Deutschland erworben hat. Leidtragende dieses Geschäftsmodells sind die Beschäftigten, die zwischen den Stühlen sitzen.

Die Gewerkschaft kündigt an, zusammen mit der Belegschaft, um eine Zukunft des Hauses und der Arbeitsplätze zu kämpfen und will den derzeitigen Betreiber dafür in die Pflicht nehmen. Auch die Stadt sei gefordert, unterstützend tätig zu werden. Das Hotel ist mit seiner Geschichte und Erscheinung als höchstes Gebäude im Zentrum der Stadt ein Symbol für Chemnitz.
 


Hintergrund:
Das Congress-Hotel Chemnitz wurde 1974 als Interhotel „Kongreß“ eröffnet und ist mir einer Höhe von 97 m das höchste Gebäude von Chemnitz.
Nach der Wende und Wiedervereinigung wurde es von der französischen Hotelkette Accor übernommen und bis 2017 dort in der Gruppe der Mercure Hotels geführt. 2018 übernahm die Dorint-Kette das Haus. Ende 2023 wurde das Hotel von der GCH Hotel Group übernommen, welche die Maya Hotel Operations mit dem Hotelgeschäft beauftragte. Eigentümer des Gebäudes ist das Finanz- und Immobilienunternehmen Aroundtown SA, das in Deutschland zu den größten Gewerbeimmobilienunternehmen gehört. Die Hotellerie macht 22% des Portfolios aus.

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