Schluss mit Billiglöhnen und Ausbeutung! Aktion bei Rewe-Tochter Fleisch- und Wurstwaren Perwenitz

24. März 2021

Vor der dritten Verhandlung über neue Tarifverträge in der Fleischwirtschaft am 29. März in Hamburg, informiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Rahmen einer Aktionswoche auch die Beschäftigten bei der Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Perwenitz über den Stand der Verhandlungen. Die Gewerkschaft NGG fordert mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für die 160.000 Beschäftigten in deutschen Schlachthöfen und Wurstfabriken.
Dazu erklärt Johannes Specht, Leiter der NGG-Tarifabteilung: „Die Zeiten von Billiglöhnen und Ausbeutung in der deutschen Fleischbranche sind vorbei!“ Mit dem Verbot von Werkverträgen zum Jahreswechsel könnten sich die Fleischunternehmen jetzt nicht mehr hinter dubiosen Werkvertragskonstruktionen verstecken. „Das Arbeitsschutzkontrollgesetz ist die Chance für einen
echten Neustart ohne Skandale. Die Beschäftigten sind entschlossen, diese Chance zu nutzen und ordentliche Arbeitsbedingungen durchzusetzen.“ Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite über einen branchenweiten Mindestlohn von 10,00 Euro sei „völlig indiskutabel.“

Hintergrund

Die Gewerkschaft NGG ist mit folgenden Forderungen in die Verhandlungen gegangen:

• Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde für alle Beschäftigten in der Schlachtung und Verarbeitung, einschließlich Geflügel,

• Erhöhung des Mindestlohns auf 14 Euro pro Stunde nach einer kurzen Einarbeitungszeit,

• Mindestlohn von 17 Euro pro Stunde für Facharbeiter.

In einem weiteren Tarifvertrag sollen die Mindestarbeitsbedingungen wie Arbeitszeit, Arbeitszeitkonten, Zuschläge und Urlaub für die rund 160.000 Beschäftigten in der Branche geregelt werden. Diese Tarifverträge sollen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt werden. Das heißt, sie gelten dann für alle Beschäftigten in der Fleischwirtschaft unmittelbar und zwingend, unabhängig davon, ob ein Arbeitgeber tarifgebunden ist.


Hier gibt es mehr Informationen zur Tarifrunde für die deutsche Fleischwirtschaft.


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