Berlin Hotel- und Gastgewerbe Starker Tarifabschluss

08. November 2021

Für die rund 50.000 Beschäftigten im Berliner Hotel- und Gaststättengewerbe wurde am heutigen Tag ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen worden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und dem Arbeitgeberverband DEHOGA haben sich dabei auf folgende Eckpunkte geeinigt:

• Zum 01.01.2022 steigen die Entgelte in den beider niedrigsten Entgeltgruppen auf 12 €/h und damit um 13,6 bzw. 9,4 Prozent

• Die Entgeltgruppe 4 steigt auf 12,50 €/h (+4,3 Prozent) • Alle anderen Entgelte steigen 4 Prozent

• Zum 01.10.2022 steigen Löhne und Gehälter über alle Entgeltgruppen um weitere 6 Prozent

• Die Azubivergütungen steigen jeweils zum Februar 2022 und 2023 um 50 € über alle Ausbildungsjahre

• Ergebnisoffene Verhandlungen zum Mantel- und Rahmentarifvertrag

Dieses Angebot ist ein Schritt in die richtige Richtung. „Wir hatten von den Arbeitgebern ein deutliches Signal in Richtung Zukunft. Wertschätzung und Anerkennung für die Gastro-Beschäftigten gefordert diese muss sich auch im Geldbeutel niederschlagen“, sagt Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG-Region-Berlin-Brandenburg. Der Gewerkschafter weiter: „Mit dem Abschluss ist ein erster Schritt gemacht worden. Der Weg ist beschritten aber das Ziel noch nicht erreicht“.

Hintergrund: Im Sommer letzten Jahres arbeiteten insgesamt noch gut 90.000 Menschen in den Hotels und Gaststätten der Hauptstadt. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Aber mit der Abwanderung von Beschäftigten stoßen viele Gastronomiebetreiber ihren Geschäftsbetrieb an ihre Grenzen. Wie eine Auswertung von Arbeitsmarktdaten ergeben hat, liegen die Einkommen der Gastro-Beschäftigte in Berlin 43 Prozent unterm Schnitt. Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, die eine Vollzeitstelle haben, kommen in der Hauptstadt auf ein mittleres Monatseinkommen von aktuell nur 1.988 Euro brutto. Zum Vergleich: Branchenübergreifend liegt der Median bei Vollzeit in Berlin bei 3.484 Euro.