Schul- und Kitaessen nur mit Armutslohn? Streik beim Strausberger Schul- und Kitaversorger VielfaltMenü GmbH

27. Juli 2021

Beschäftigte des Strausberger Schul- und Kitaversorgers VielfaltMenü GmbH (vormals Sodexo SCS) haben seit heute Morgen 7:00 Uhr erneut geschlossen die Arbeit niedergelegt. Aufgerufen zur kurzfristig anberaumten Arbeitsniederlegung hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), nachdem ein Gespräch über einen Tarifvertrag mit der Geschäftsleitung am 22. Juli ergebnislos endete.

An dem Strausberger Standort werden täglich ca. 3.000 Essen hergestellt und diese an 30 Kitas und 13 Schulen geliefert. Die Tarifverhandlungen für den Standort und andere ostdeutsche Niederlassungen dauern schon über ein Jahr. Die Gewerkschaft NGG mobilisiert nun für einen Arbeitskampf. Es ist bereits der zweite Streik am Standort Strausberg in diesem Monat und auch an Standorten in Dresden wurde bereits zweimal die Arbeit niedergelegt. 

Die Streikenden fordern ernsthafte Verhandlungen über einen Tarifvertrag. Mit Armutslöhnen soll Schluss gemacht, die Löhne zumindest auf das Verdienstniveau westdeutscher Essenversorger angehoben werden. Das wäre ein Lohnplus von etwa 250 Euro. Viele Beschäftigte arbeiten nur zum Mindestlohn.

„Mit dem Schul- und Kitaessen leisten die Beschäftigten eine wichtige Arbeit für die Versorgung unsere Kinder. Sie selbst dürfen nicht mit Armutslöhnen abgespeist werden“, fordert Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG-Region Berlin-Brandenburg. Der Gewerkschafter weiter: „Der Konflikt spitzt sich zu. Statt ein Angebot vorzulegen, spielt die Arbeitgeberseite weiterhin auf Zeit und hat erneut kein Verhandlungsangebot vorgelegt. Die Beschäftigten sind in jedem Fall bereit, die Forderung ihrer Tarifkommission zu unterstützen und diese lautstark und mit Nachdruck vor die Tür zu tragen.“

Hintergrund:

Die VielfaltMenü GmbH (ehemals Sodexo SCS) ist seit 01. Juli 2021 ein Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft Certina Holding AG. Die VielfaltMenü GmbH beschäftigt als Schul- und Kitaverpfleger rund 1.000 Beschäftigte in Ostdeutschland.