Tarifabschluss: Branche muss sich neu aufstellen Deutliches Lohnplus für Gastro-Beschäftigte in Sachsen

02. Februar 2022

Erfolg für die Gaststätten-Gewerkschaft NGG und ihre aktiven Mitglieder im sächsischen Gastgewerbe. Eine kämpferische Kundgebung vor dem Verhandlungshotel Seaside Parkhotel Leipzig brachte den Durchbruch und einen Tarifabschluss. Viele Beschäftigte in Hotels und Gaststätten können sich auf ein monatliches Lohnplus von 25% bis 30% freuen. Das ist ein Anstieg der tariflichen Monatslöhne um 472 Euro bis 517 Euro (Vollzeit), je nach Tarifgruppe. Beginnend mit dem 1.April diesen Jahres steigen die Tarifentgelte in vier Stufen bis zum bis zum 1.6.2023. Die unterste Lohngruppe steigt von jetzt 10,01€ auf 12,99€.

„Die Lohnerhöhungen für die Beschäftigten der sächsischen Hotels und Gaststätten sind mehr als verdient. Sie erbringen eine von uns allen geschätzte Dienstleistung. Die gesellschaftliche Anerkennung und materielle Wertschätzung dafür fehlen oft. Mit dem Tarifabschluss wird ein Zeichen nach vorn gesetzt. Den Beschäftigten wird eine Perspektive eröffnet, in einer Zeit, in der die Branche von starker Personalabwanderung geprägt ist“, erklärt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und Vorsitzender des Landesbezirk Ost der NGG.

„Es ist klar, solche Lohnerhöhungen sind nicht überall mit gleichbleibenden Preisen für die Gäste zu vereinbaren. Dafür muss es eine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Es geht um eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit, die schwer ist und oft zu unmöglichsten Zeiten stattfindet. Auch Gastro-Beschäftigte haben Familien, ein Leben und brauchen ein gesichertes Einkommen“, so Uwe Ledwig.

Der Vorsitzende der NGG Ost verweist darauf, dass sich die Branche neu aufstellen muss und die Gewerkschaft mithelfen will. Äußert problematisch ist dabei, dass nur eine Minderheit der der Gastronomiebetriebe im Arbeitgeberverband mit einer Tarifmitgliedschaft gebunden sind. Die NGG hilft Beschäftigten ihre Ansprüche durchzusetzen und bitte um Kontaktaufnahme, wenn es Probleme geben sollte.

Nach dem erfolgreichen Tarifabschluss in Sachsen ist Thüringen das einige ostdeutsche Bundesland ohne einen aktuellen Tarifvertrag im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die NGG sieht nun den Landesverband des Dehoga in Thüringen in der Pflicht auch hier an den Verhandlungstisch zurückzukommen und plant andernfalls Aktionen dort. 

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Der sächsische Tarifabschluss in Einzelnen:  

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat sich am 2. Februar 2022 mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Sachsen (DEHOGA) auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss sieht die ersten Erhöhungen zum 01.04.2022 vor und hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2023.

Die Löhne für die unterste Lohngruppe steigen in 4 Stufen um insgesamt 29,8 Prozent: Zum 01.04.2022 von 10,01 EUR auf 11,23 EUR Zum 01.10.2022 auf 12,24 EUR Zum 01.01.2023 auf 12,61 EUR Zum 01.06.2023 auf 12,99 EUR

Für Fachkräfte steigen die Löhne im Ecklohn in 4 Stufen um insgesamt 24,8 Prozent: Zum 01.04.2022 von 10,95 EUR auf 11,82 EUR (+ 8 Prozent) Zum 01.10.2022 auf 12,88 EUR (+ 9 Prozent) Zum 01.01.2023 auf 13,27 EUR (+ 3 Prozent) Zum 01.06.2023 auf 13,67 EUR (+ 3 Prozent)

Auszubildende erhalten zum 01.04.2022 eine Erhöhung aller Ausbildungsjahre von 60 EUR. In 2 weiteren Stufen erfolgen dann prozentuale Erhöhungen von insgesamt 21,8 Prozent bis 22,3 Prozent. Zum 01.08.2022: 1. AJ 900 EUR, 2. AJ 1.000 EUR, 3. AJ 1.100 EUR Zum 01.08.2023: 1. AJ 950 EUR, 2. AJ 1.050 EUR, 3. AJ 1.150 EUR