Driver united! Lieferando-Autofahrer*innen fordern gerechtes Kilometergeld

21. März 2022

Nach den Fahrradfahrer*innen bei Lieferando (Rider) organisieren sich jetzt auch die Autofahrer*innen (Driver). Vor der Zentrale des Essendienstlieferers in Berlin Kreuzberg protestieren mehrere Dutzend Autofahrerinnen und Autofahrer. Unterstützt wurden sie dabei von der Gewerkschaft NGG, die bereits auch die Fahrradfahrer vertritt.

In verschiedenen Redebeiträgen auf Deutsch, Urdu (Pakistan), Arabisch und Englisch forderten die Driver ein gerechtes Kilometergeld.  Ausgangspunkt sind die enorm gestiegenen Spritpreise. Die Beschäftigten sind für Lieferando mit ihrem eigenen Auto unterwegs. Die derzeitige Kilometerpauschale von 30 Cent reicht nicht mehr aus, Beschäftigte werden mit den gestiegenen  Spritpreisen allein gelassen. Zudem berichteten zahlreiche Autofahrer*innen, dass Lieferando nicht immer alle gefahrenen Kilometer bezahlt. Weitere Themen auf der Kundgebung waren eine Verschleißpauschale für Autos, die Leerfahrten und fehlende Parktickets seitens des Unternehmens.

Die Rider und Driver bei Lieferando kommen aus zahlreichen Nationalitäten, befinden sich oft in einer prekären Lage, darunter auch alleinerziehende Mütter. Ihre Situation wird oftmals vom aktionärsgetriebenen Essenlieferdienst ausgenutzt. Die NGG unterstützt und hilft den Beschäftigten. Sie will auch in diesem neuen Bereich der Arbeitswelt, in dem die Beschäftigten oftmals nur per App mit dem Arbeitgeber in Kontakt stehen, armutsfeste Löhne und geregelte Arbeitsbedingungen durchsetzen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag mit einer Mindestzahlung von 15 Euro Stundenlohn. Derzeit bezahlt Lieferando in Berlin in der Regel 11 Euro Stundenlohn, hat aber für zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer die Arbeitsstunden reduziert, so dass die Einkommenslage immer schwieriger wird.