Streik im Mineralbrunnen-Werk Lohnaufstand beim Frankenbrunnen in Eilenburg

04. Januar 2022

 

Normalerweise füllen die Beschäftigten in Eilenburg bei Leipzig Tag für Tag tausende Liter Mineralwasser und Brausen ab. Aber heute nicht! Beginnend mit der Nachschicht um 4 Uhr verweigerten die Beschäftigten des Getränkeabfüllers Frankenbrunnen die Arbeit. Sie streiken, weil sie ihre Löhne mehr als 31 Jahren nach der Wiedervereinigung endlich an das Lohnniveau des bayrischen Standortes in Neustadt Aisch angleichen wollen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für ihre Mitglieder deutliche Lohnerhöhungen von 6% sowie eine Anpassung der Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) an das bayrische Niveau. In der 2. Tarifverhandlung blockierte der bayrische Mineralbrunnenkonzern Frankenbrunnen die erforderliche Lohnerhöhung. Deshalb rief die Lebensmittelgewerkschaft zu einem ersten Warnstreik von 4 Stunden auf. Weitere, auch längere Arbeitsniederlegungen stehen im Raum.

„Lohnmauer einreißen. Der Streik ist ein klares Signal an die Unternehmensspitze nach Bayern. Die  Beschäftigten in Eilenburg wollen nicht mehr hinnehmen, dass sie 280 € brutto im Monat weniger verdienen als ihre bayrischen Kollegen. Ihre Arbeit ist nicht weniger Wert. Sie arbeiten Tag und Nacht, um uns mit Mineralwasser zu versorgen und bescheren dem Unternehmen gute Umsätze. Das muss endlich im Geldbeutel der Beschäftigten ankommen. Lenkt das Unternehmen nicht ein, sind sie entschlossen, auch länger zu streiken", erklärt NGG-Verhandlungsführer Christian Ullmann.

Im Betrieb arbeiten etwa 85 Menschen. Für den  morgigen Mittwoch steht der 3. Verhandlungstermin an. Fragt man nach der Stimmung und dem Personalwechsel im Betrieb, wird klar: Die Beschäftigten brauchen angemessene Löhne und mehr Wertschätzung. Dafür kämpft die Gewerkschaft mit ihren Mitgliedern.