Lohnverhandlung bei Großbäckerei ARYZTA in Eisleben und NordhausenEinigung oder Streik?

11. Dezember 2024

Einigung oder Streik? Am Donnerstag, den 12. Dezember findet die dritte und entscheidende Tarifverhandlung bei der Großbäckerei Aryzta für die Standorte in Eisleben und Nordhausen statt. Betroffen sind etwa 1.400 Beschäftigte. Verhandelt wird über eine neue Eingruppierung der Beschäftigten und über eine deutliche Steigerung der Entgelte. Derzeit liegt die unterste Lohngruppe bei 13,01 Euro und damit kaum über dem Mindestlohn, der zum 1.1.2025 auf 12,82 Euro steigt. Ebenso sieht es bei den Facharbeitern aus. Diese Lohngruppe liegt mit 13,84 Euro nur einen Euro über dem Mindestlohn. 

„Wir brauchen bei ARYZTA im Osten einen großen Schritt raus aus dem Niedriglohn. Das letzte Angebot des Unternehmens reicht dafür nicht aus. Eine richtige Eingruppierung ist das eine, ein deutliches Lohnplus für alle Beschäftigten das andere. Wir brauchen beides! Wobei wir die unteren Lohngruppen nicht vergessen dürfen. Das muss ARYZTA begreifen,“ formuliert NGG-Verhandlungsführer Olaf Klenke die Erwartungen für den Verhandlungstag. 

Das letzte Angebot des Unternehmens sieht einen Einstiegslohn von 13,33 Euro in der Stunde ab dem 1.1.2025 vor. Das sei für die NGG nicht verhandelbar. Sie fordert einen Einstiegslohn von mindestens 15 Euro in der Stunde und perspektivisch eine Angleichung an übliche Tarifverdienste in der Brotindustrie. Kommt es zu keiner Einigung steht ein erneuter Streik im Raum. Mit dem Jahreswechsel endet die sogenannte Friedenspflicht. Schon vor einem Jahr legten die Beschäftigten an beiden Standorten die Arbeit nieder, damals für einen neuen Manteltarifvertrag. 

Aryzta ist nach eigenen Aussagen Marktführer für Tiefkühlbackwarenhersteller in Deutschland und versorgt den Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie mit Backwaren. Statistisch gesehen, verzehre jeder Deutsche pro Jahr 43 ARYZTA-Produkte. Am Standort Eisleben arbeiten ca. 1.200 Beschäftigte, in Nordhausen ca. 170. Die NGG Ost hat in den vergangenen Jahren die Kampagne “Lohnmauer einreißen gestartet” und in vielen Betrieben deutliche Verbesserungen oder bereits die komplette Lohnangleichung durchsetzen können.