„Wir lassen uns als Ossi‘s nicht mehr alles gefallen!“32h-Streik beim Tabakhersteller German Tobacco für Tarifvertrag

27. März 2025

Mit großer Entschlossenheit haben heute die Beschäftigten des Tabakherstellers German Tobacco in Kloster Lehnin (Landkreis Potsdam-Mittelmark) einen 32-Stunden-Streik begonnen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten rief aus einer Betriebsversammlung am Mittag heraus zu der Arbeitsniederlegung auf, nachdem die Vertreter der Arbeitgeberseite weitere Gesprächsangebote der Gewerkschaft abgelehnt hatten. Sie fuhren kommentarlos vom Hof. Die Produktion ist infolge des Streiks vollständig zum Erliegen gekommen.

Die Beschäftigten wollen die Lohnunterschiede zum Mutterwerk in Lübeck abbauen. Alle Standorte gehören zur von Eicken Gruppe. Die Lohnunterschiede belaufen sich auf mehrere hundert Euro. Ein Maschinenbediener am Brandenburger Standort verdient derzeit etwa 2.600 Euro Brutto im Grundlohn. Es ist bereits die dritte Arbeitsniederlegung. Zeigt sich das Unternehmen weiter nicht verhandlungsbereit droht eine längere Streikauseinandersetzung.

„Wir lassen uns als Ossi‘s nicht mehr alles gefallen“, sagen die Beschäftigten. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ steht auf den selbstgemalten Schildern.

Eine klare Botschaft hat auch Veit Groß, Verhandlungs- und Streikführer der Lebensmittelgewerkschaft NGG. Er sagt: „Das Unternehmen muss akzeptieren, dass die Beschäftigten sich nicht mehr mit Almosen abspeisen lassen. Die große Streikteilnahme ist ein deutliches Zeichen. Wir verlangen nicht mehr, als die bestehenden Lohnunterschiede Stück für Stück abzubauen und brauchen dafür einen ersten Schritt. Das aktuelle Angebot geht in die falsche Richtung – die Lohnerhöhung soll deutlich niedriger ausfallen als in Lübeck und liegt sogar unter der Inflation. Das kann man niemandem hier erklären.“

Hintergrund

Hintergrund:

Seit 2023 gehört der Lübecker von Eicken Gruppe die German Tobacco GmbH. Etwa 90 Beschäftigte stellen in Kloster Lehnin (nahe Brandenburg/Havel) Tabakwaren für den Innlands- und den Exportmarkt her. Nach fünf Verhandlungsrunden konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht auf einen Tarifvertrag einigen.