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Brezelbäcker Ditsch schließt sich der Streikwelle an
Erstmals in der Geschichte des Standorts legen die Beschäftigten der Brezelbäckerei Ditsch in Oranienbaum die Arbeit nieder. Unter dem Motto „Lohnmauern einreißen“ beteiligt sich am Montag nahezu die gesamte Frühschicht am Streik. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Hintergrund des Arbeitskampfes sind die anhaltend niedrigen Löhne am Standort. Einige Beschäftigte erhalten seit Anfang des Jahres lediglich den Mindestlohn in Höhe von 13,90 Euro pro Stunde. Viele Beschäftigte verdienen nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn. Auch qualifiziertere Tätigkeiten werden nach Angaben der Gewerkschaft kaum besser vergütet.
Der Streik bei Ditsch reiht sich in die aktuellen Arbeitsniederlegungen der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt ein. Die NGG fordert deutliche Lohnerhöhungen sowie einen verbindlichen Plan zur Angleichung an die Einkommen westdeutscher Schwesterstandorte und vergleichbarer Tarifgebiete. Nach Angaben der Gewerkschaft beträgt die Lohnlücke bei Ditsch im Vergleich zum Tariflohn des Flächentarifvertrags der Brotindustrie Ost monatlich zwischen 500 und über 1.000 Euro.
Am Standort Oranienbaum produzieren über 700 Beschäftigte täglich etwa vier Millionen Brezeln und Backwaren.
„Keine Brezel ohne die Beschäftigten bei Ditsch in Oranienbaum. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen eine Perspektive weg vom Niedriglohn – hin zu einem Einkommen, das ein gutes Leben heute und eine bessere Rente im Alter ermöglicht“, erklärt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer und Vorsitzender der NGG Ost.
Zeitgleich zum Streik bei Ditsch haben auch die Beschäftigten des Feinkostherstellers Füngers erneut die Arbeit niedergelegt. Beide Belegschaften streiken gemeinsam, da sich die Standorte in derselben Straße befinden. Für die Beschäftigten ist dies ein sichtbares Zeichen der Solidarität im aktuellen Tarifkonflikt der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt. Zudem legten zum ersten Mal die Kolleginnen und Kollegen bei dem Pizzahersteller HASA in Burg und dem Schokoladenhersteller Wergona in Wernigerode die Arbeit nieder! Sie sind ebenfalls Mitglied des Tarifgebietes Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt.
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