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Kein neues Angebot in 3. Tarifverhandlung für die Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt
Auch in der 3. Verhandlungsrunde über höhere Löhne für die Beschäftigten der Ernährungsbetriebe in Sachsen-Anhalt legte die Arbeitgeberseite kein neues Angebot.
Die dritte Verhandlungsrunde war von zahlreichen Warnstreiks, unter anderem bei Rotkäppchen in Freyburg und den lebensmittelproduzierenden Betrieben der Schwarz-Gruppe von LIDL und Kaufland begleitet. Diese zeigten eine erste Wirkung. Die Arbeitgeberseite zeigte sich erstmals bereit über das Thema Westangleich beim Lohn zu sprechen. Ein neues Angebot wurde von der Arbeitgeberseite heute aber nicht vorgelegt.
Uwe Ledwig, Verhandlungsführer der NGG: „Gesprächsbereitschaft zum Westangleich wurde zunächst wortreich signalisiert, nur um in kleiner Verhandlungsrunde wieder zurückzurudern. Dabei ist der Lohnangleich, 36 Jahre nach der Wende, mehr als überfällig und ein Weiter so nicht mehr vermittelbar.“
Die Arbeitskämpfe werden also weitergehen, so Uwe Ledwig. So seien laut der Gewerkschaft NGG alle zentrale Fragen offen geblieben. Konkrete Vorstellungen seien von den Arbeitgebern nicht vorgelegt worden. Weder sei geklärt, ob ein vollständiger Angleich an vergleichbare Betriebe erfolgt, noch in welchen Schritten und wann dieser erfolgen kann, so Ledwig weiter.
„Ganz klar, wir stehen noch ganz am Anfang einer Annäherung. So lang keine greifbaren und ernstzunehmende Schritte der Arbeitgeberseite folgen, geht der Arbeitskampf weiter!“ gibt Uwe Ledwig zu verstehen. Die nächste Verhandlung ist laut Gewerkschaft für den 18. Mai angesetzt.
Die Gewerkschaft fordert Schritte zur Angleichung der Löhne zu vergleichbaren Betrieben in Westdeutschland und anderen Konzernbetrieben der Tarifgemeinschaft.
Die Lohnunterschiede reichen von 449 € bis 1.290 € im Monat im Facharbeiterentgelt. Diese ungleiche Bezahlung ist nicht mehr hinnehmbar. Die Beschäftigten machen das mit einer zunehmenden Streikwelle deutlich. So betont Uwe Ledwig, mit Blick auf die letzte Woche: „So eine Streikwoche gab es noch nie in der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt. Weitere Betriebe stehen in den Startlöchern. Die Unternehmen müssen jetzt liefern und endlich die Ungleichheit bei der Bezahlung zwischen Ost und West beenden. Viele Beschäftigte treibt es aufgrund der niedrigen Verdienste auch die Angst vor Altersarmut vor die Tür.“
Gestreikt wurde in Sachsen-Anhalt bisher bei Rotkäppchen in Freyburg und den Getränkeherstellern MEG in Leißling und Jessen und der Großbäckerei Bonback in Halle. Alle drei letzten Betriebe gehören zur Schwarz-Gruppe des Mutterkonzerns von LIDL und Kaufland. Ferner legten bereits die Beschäftigten des Feinkostherstellers Füngers in Oranienbaum und des Tierfuttermittelherstellers Deuka in Könnern die Arbeit nieder. Hier werden die Arbeitskampfmaßnahmen weitergehen und es werden weitere Betriebe des Tarifgebietes dazu kommen.
In den ersten beiden Verhandlungen hatte der Arbeitgeberverband nach Gewerkschaftsangaben ein nicht verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. So bot die Arbeitgeberseite an, die Löhne in 2026 erst sechs Monate verspätet und nur um 2,8% erhöhen. Auf das Jahr ist das damit nur eine Erhöhung von 1,4% und das bei der steigenden Inflation. Damit würden auch die Lohnabstände von bis über 1.000 Euro zu westdeutschen Schwesterbetrieben oder vergleichbaren Tarifgebieten bestehen bleiben oder sich gar vergrößern. Viele Beschäftigte verdienen kaum mehr als den Mindestlohn und drohen später in Altersarmut zu rutschen.
Weitere Informationen:
Zum gesamten Tarifgebiet Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt gehören insgesamt 15 Betriebe mit gut 3000 Beschäftigten. Neben den Betrieben der Schwarz – Produktionsgruppe gehören dazu folgende Unternehmen: Ditsch in Oranienbaum, Rotkäppchen Sekt in Freyburg, Burger Knäcke und Hasa in Burg, Freiberger in Osterweddingen sowie Füngers Feinkost in Oranienbaum, Gaensefurther Schlossbrunnen in Hecklingen (Hassia-Gruppe), die Deutsche Tiernahrung Cremers mit den Standorten Könnern und Herzberg als auch die Schokoladenfabrik Wergona in Wernigerode und das Majoranwerk MAWEA in Aschersleben.
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