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Klare Mehrheit der Beschäftigten wollen Einigung und Lohnangleichung
Vor der nächsten Tarifverhandlung für die Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt am 15. Juli 2026 senden die Beschäftigten eine klare Botschaft an die Arbeitgeber: Sie wollen eine Einigung am Verhandlungstisch und eine verbindliche Perspektive für die Angleichung der Löhne an das westdeutsche Tarifniveau.
In einer Mitgliederbefragung sprechen sich 74 Prozent der teilnehmenden Mitglieder sich für eine schrittweise Angleichung der Entgelte in Sachsen-Anhalt an das Tarifgebiet Niedersachsen/Bremen bis zum Jahr 2030 aus.
Gleichzeitig lehnen 72 Prozent der Befragten das bisherige Angebot der Arbeitgeber ab. Dieses sieht vor, dass die Löhne innerhalb von 3 Jahren je nach Betrieb zwischen 12% bis 14 % steigen. Die Lohnlücke zu den westdeutschen Standorten oder vergleichbaren Tarifgebieten ist jedoch deutlich größer. Die Gewerkschaft fordert eine tatsächliche Angleichung. Für die Mehrheit der Beschäftigten bietet das derzeitige Arbeitgeberangebot damit keine verlässliche Perspektive auf das Ende der Lohnunterschiede zwischen Ost und West.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden die Beschäftigten in den kommenden Tagen ihre Streikmaßnahmen fortsetzen. Mit diesen Aktionen werden die Beschäftigten voraussichtlich die Marke von 2.500 Streikstunden brechen. Die hohe Beteiligung an den bisherigen Arbeitskampfmaßnahmen zeigt die Entschlossenheit der Beschäftigten und den starken Rückhalt für die Forderungen der Tarifkommission.
Die Gewerkschaft NGG hat klare Erwartungen an die kommende Verhandlungsrunde:
„Die Beschäftigten haben sich eindeutig positioniert. Sie wollen eine Einigung am 15. Juli, erwarten dafür aber ein Angebot, das eine echte Perspektive für die Angleichung der Entgelte eröffnet. Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung zeigen, dass die Forderung nach gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit von einer breiten Mehrheit getragen wird“, erklärt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer und Vorsitzender des NGG Landesbezirk Ost.
Petition mit breiter Unterstützung für den Kampf gegen die Lohnmauer
Unterstützung erhalten die Beschäftigten auch weit über die Betriebe hinaus. Die von der NGG initiierte Petition „Lohnmauer einreißen bei Rotkäppchen, Kaufland/Lidl & Co.: Schluss mit Billiglohn Ost!“ hat inzwischen bereits mehr als 6.000 Unterschriften gesammelt. Die Petition fordert die Arbeitgeber auf, die Benachteiligung ostdeutscher Beschäftigter zu beenden und die Lohnlücke zum Westen endlich zu schließen.
Zur Petition
„Mehr als 35 Jahre nach der deutschen Einheit darf es keine Beschäftigten zweiter Klasse mehr geben. Die große Resonanz auf die Petition zeigt, dass viele Menschen die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit unterstützen und die bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West nicht länger akzeptieren wollen“, so Ledwig weiter.
Betroffene Betriebe des Tarifgebietes Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt:
Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei in Freyburg, vier Betriebe der LIDL-Kaufland-Gruppe: Großbäckerei Bonback Halle sowie die Werke des Getränkeherstellers MEG Leißling, Jessen und Roßbach (alles Schwarz-Produktion), die Brezelbäckerei Ditsch und der Feinkosthersteller Füngers in Oranienbaum, die Pizzahersteller Freiberger in Osterweddingen und Hasa in Burg (beide Südzucker), die Deutsche Tiernahrung Cremers mit den beiden Standorten Könnern/Herzberg, die Wergona Schokoladenfabrik in Wernigerode, der Getränkeproduzent Gaensefurther Schlossbrunnen GmbH & Co.KG, der Knäckebrot-Hersteller Burger Knäcke in Burg und das MAWEA Majoranwerk in Aschersleben.
Gemeinsam noch stärker
Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.
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