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Kordula Jockel erhält Hans-Böckler-Medaille für ihr Lebenswerk
Ehrung am Tag der Arbeit:
Hans-Böckler-Medaille ist die höchste Auszeichnung des DGB
Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Maifeierlichkeiten in Thüringen: Die langjährige Gewerkschafterin Kordula Jockel wird am heutigen Tag der Arbeit mit der Hans-Böckler-Medaille ausgezeichnet. Der Regionsvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Thüringen (NGG) hatte die Verleihung dieser höchsten gewerkschaftlichen Ehrung aufgrund ihrer herausragenden Verdienste dem DGB-Bundesvorstand vorgeschlagen.
Kordula Jockel, die bereits 1972 im Alter von nur 18 Jahren der NGG beitrat, blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück. Als Betriebsratsvorsitzende im Schokoladenwerk Stollwerck in Saalfeld schrieb sie 1995 Geschichte: Sie führte die Belegschaft in den unbefristeten Streik für die Lohnangleichung in der ostdeutschen Süßwarenindustrie – inklusive einer öffentlichkeitswirksamen Besetzung des Schokoladenmuseums in Köln. Dieser Mut ebnete den Weg für gerechtere Löhne in der gesamten Branche.
Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG Region Thüringen, würdigt die Preisträgerin:
„Es gibt keinen passenderen Tag als den 1. Mai, um Kordula Jockel diese Ehre zu erweisen. Sie ist das Gesicht des gewerkschaftlichen Aufbruchs in Thüringen nach der Wende. Mit ihrer Entschlossenheit beim Stollwerck-Streik 1995 hat sie gezeigt, dass Solidarität keine Grenzen kennt und Gerechtigkeit erkämpft werden muss.“
Neben ihrem Einsatz in der Tarifpolitik engagierte sich Jockel über Jahrzehnte in den Vorständen der NGG Ostthüringen und später Gesamtthüringen sowie im DGB-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt. Auch nach ihrer aktiven Zeit im Betrieb bleibt sie eine unverzichtbare Stütze für die Menschen in der Region: Als Versichertenälteste und Mitglied im Widerspruchsausschuss der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland hilft sie Bürgerinnen und Bürgern bei komplexen Rentenfragen.
Jens Löbel betont den menschlichen Aspekt ihres Wirkens:
„Kordula hat nicht nur Tarifverträge erkämpft, sondern unzähligen Menschen ganz konkret im Alltag geholfen. Ob als Vertrauensfrau im Betrieb oder heute bei ihren fast immer ausgebuchten Renten-Beratungstagen – sie hat ein offenes Ohr für jeden. Die Hans-Böckler-Medaille ist die verdiente Anerkennung für eine Frau, die den Gedanken der Solidarität über ein halbes Jahrhundert hinweg jeden Tag gelebt hat.“
Mit der Verleihung am 1. Mai setzt der DGB ein starkes Zeichen für die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements und die ungebrochene Relevanz der Mitbestimmung.
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