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Bei Schwarz-Betrieben ist die Lohnmauer gefallen
Im Tarifkonflikt der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt konnte die Gewerkschaft NGG für erste Betriebe eine Lohnangleichung vereinbaren. Für die MEG-Getränkehersteller in Jessen, Leißling, Roßbach und Weißenfels sowie die Großbäckerei Bonback in Halle (alles Unternehmen der Lidl/Kaufland-Gruppe, Schwarz-Produktion) ist eine Angleichung der Entgelte an das Lohnniveau des Tarifgebietes Niedersachsen vereinbart.
Stufenweise erhöhen sich die Entgelte bis zum 1.7.2031 um etwa ein Drittel - abhängig von den künftigen Abschlüssen in Niedersachsen. Im Jahr 2031 erfolgt eine vollständige Angleichung an das Entgeltniveau dort. Für Fachkräfte mit Ecklohn entspricht das voraussichtlich einer Erhöhung des Monatslohns um ca. 1.000 Euro.
Auch andere Unternehmen des Tarifgebietes haben sich bereit erklärt, über eine Lohnangleichung in dem Zeitraum zu verhandeln. Die dafür erforderlichen Punkte sollen in den nächsten Wochen erörtert werden, die meisten Unternehmen wollen sich bis Donnerstag nächste Woche dazu erklären.
„Dieser Schritt zur Lohnangleichung bei den Betrieben der Schwarz-Gruppe war mehr als überfällig. Erst die Streiks an den Standorten haben dies ermöglicht. Noch bestehende Lohnunterschiede werden nun abgebaut und gehören dann endgültig der Geschichte an. Weitere Unternehmen müssen folgen“, erklärt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer und Vorsitzender der NGG Ost.
Die nun deutlich höheren Löhne helfen den Beschäftigten und ihren Familien nicht nur heute, sondern sorgen auch im Alter für eine höhere Rente.
Zum gesamten Tarifgebiet Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt gehören insgesamt 15 Betriebe mit gut 3.000 Beschäftigten. In fast allen Betrieben haben zuletzt Arbeitsniederlegungen stattgefunden, teilweise wurde das erste Mal gestreikt.
Betroffene Unternehmen neben den Betrieben der Schwarz–Produktionsgruppe sind: Ditsch in Oranienbaum, Rotkäppchen Sekt in Freyburg, Burger Knäcke und Hasa in Burg, Freiberger in Osterweddingen sowie Füngers Feinkost in Oranienbaum, Gaensefurther Schlossbrunnen in Hecklingen (Hassia-Gruppe), die Deutsche Tiernahrung Cremers mit den Standorten Könnern und Herzberg als auch die Schokoladenfabrik Wergona in Wernigerode und das Majoranwerk MAWEA in Aschersleben.
Zum Tarifabschluss für die Betriebe der Schwarz-Gruppe im Detail:
Dieses Jahr erfolgt eine zweistufige Lohnerhöhung von insgesamt 5,75%. Die Entgelte erhöhen sich zunächst zum 1.7.2026 um 3,5%, dazu erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 156 € Netto (Erholungsbeihilfe). Zum 1.12.2026 erhöhen sich die Entgelte in einem zweiten Schritt um weitere 2,25%.
Ab dem Jahr 2027 greift der Angleichungsmechanismus bis zum Jahr 2031: Immer mit dem Monat Juli des jeweiligen Jahres werden die Tariferhöhungen des Tarifgebietes Niedersachen (Obst/Gemüse/Mineralwasser) übernommen plus weitere 2% als Angleichungserhöhung. Im Juli 2031 erfolgt die vollständige Angleichung.
Eine mögliche jährliche Tariferhöhung im Tarifgebiet Niedersachsen von durchschnittlich 2,5% unterstellt, beläuft sich die Lohnerhöhung über den gesamten Zeitraum auf etwa 32% im sogenannten Ecklohn (Einstiegsgruppe für Facharbeiter/innen). Das entspricht in der Summe einem monatlichen Lohnplus von ca. 1.000 Euro.
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