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NGG-Appell an Ostbeauftragte
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), auf, ihre Warnungen vor Altersarmut mit konkretem politischem Handeln zu unterlegen – insbesondere durch klare Unterstützung in den laufenden Tarifverhandlungen der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt.
Hintergrund sind Kaisers Aussagen gegenüber der Leipziger Volkszeitung und der Sächsischen Zeitung, in denen sie vor wachsender Altersarmut in Ostdeutschland warnt und ein stabiles Rentenniveau fordert. Aus Sicht der NGG greift diese Analyse jedoch zu kurz, solange die Ursachen nicht konsequent angegangen werden.
„Es reicht nicht, vor Altersarmut zu warnen und gleichzeitig bei den Ursachen laut zu schweigen. Armutsrenten sind die logische Verlängerung von Billiglöhnen im Osten“, erklärt Uwe Ledwig, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Ost und Verhandlungsführer der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt.
Die NGG betont, dass gerade in der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt viele Beschäftigte trotz Vollzeitarbeit zu niedrige Einkommen erzielen. Lohnunterschiede von 500 – 2000 € im Monat führen zwangsläufig dazu, dass ein wachsender Teil der Beschäftigten im Alter auf eine unzureichende Rente angewiesen ist. Genau hier setzen die laufenden Tarifverhandlungen in Sachsen-Anhalt an.
Die Gewerkschaft kritisiert, dass die notwendige politische Rückendeckung bislang ausbleibt. Trotz frühzeitiger Information und klarer Erwartungen habe es aus der Politik kaum verbindliche Unterstützung gegeben – ein Widerspruch zu den öffentlichen Warnungen vor Altersarmut.
Zugleich hat sich die NGG zum Ziel gesetzt, die noch immer bestehende Lohnlücke zwischen Ost und West zu überwinden. Die Gewerkschaft macht deutlich, dass diese Unterschiede nicht länger hinnehmbar sind und aktiv bekämpft werden müssen. Ziel ist es, die „Lohnmauer einzureißen“ und diese Ungerechtigkeit damit zu beenden – mit dem klaren Grundsatz: gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
„Wer es ernst meint mit der Bekämpfung von Altersarmut, muss heute mutig Partei für die Beschäftigten ergreifen – auch in laufenden Tarifauseinandersetzungen. Sonntagsreden helfen niemandem. Wer zu Billiglöhnen im Osten schweigt, ist nicht glaubwürdig, denn auf Lohnarmut folgt Altersarmut“, so Ledwig.
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