You are here:
NGG lehnt Arbeitgeberangebot Milch Ost ab
In der ersten Tarifverhandlung für die rund 2.300 Beschäftigten der Milchindustrie Ost am 20. August hat die Arbeitgeberseite ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für dieses Jahr eine Entgelterhöhung von 6 Prozent sowie eine befristete Übernahme der Auszubildenden für mindestens 1 Jahr sowie deren Fahrkosten zur Berufsschule zu erstatten.
Das Angebot des Milchindustrieverbandes sieht lediglich vor, die Entgelte in diesem Jahr um 2,3 Prozent zu erhöhen, im kommenden Jahr um 2,5 Prozent.
Angesichts der derzeitigen Inflation von knapp 3 Prozent bei weiter steigenden Preisen wäre das für die Beschäftigten ein Reallohnminus. Die NGG Tarifkommission lehnte das Angebot einstimmig ab.
Die Gewerkschaft kritisiert zudem die ablehnende Haltung der Unternehmen, Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss für mindestens ein Jahr verbindlich zu übernehmen. Dem eigenen Nachwuchs in Zeiten des Fachkräftemangels nicht einmal eine einjährige Perspektive zu bieten ist fahrlässig und respektlos zugleich.
„Dieses Angebot ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten in der ostdeutschen Milchindustrie. Das Magerangebot wäre ein Reallohnminus und würde den Osten von den anderen Tarifgebieten der Milchwirtschaft in Deutschland abkoppeln. Damit werden sich die Kolleginnen und Kollegen nicht abspeisen lassen. Die Unternehmen sind gut beraten, die Forderungen der Beschäftigten ernst zu nehmen“, erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG Ost.
Die Gewerkschaft NGG bereitet die Belegschaften nun auf entschlossene Aktionen und Streiks vor. Nächster Verhandlungstermin ist der 14. September.
Die Milchindustrie verzeichnet im Gegensatz zu anderen Industriebranchen deutliche Umsatzzuwächse und auch die Beschäftigung wächst.
Zum Tarifgebiet:
Betroffen von den Entgeltverhandlungen sind in Mecklenburg-Vorpommern die Betriebe des Deutschen Milchkontors DMK Altentreptow, Euro Cheese Altentreptow, wheyco Altentreptow, DMK Waren (vormals Müritz Milch) sowie der Standort von Arla Foods Upahl; in Sachsen-Anhalt die Betriebe Milchwerke Mittelelbe (Elb-Milch), die Altmark-Käserei Uelzena Bismark, der Standort der Bayerischen Milchindustrie (BMI) Jessen sowie das Frischli Werk in Weißenfels; in Thüringen das Erfurter DMK-Milchwerk.
Historie
Während die Politik angesichts explodierender Spritpreise über Entlastungsmaßnahmen diskutiert, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) deutliche Lohnerhöhungen für Beschäftigte im Brandenburger Gastgewerbe. Immerhin sei der beste Schutz gegen Krisen ein guter Lohn, so die Gastro-Gewerkschaft. Darum soll es am 30. April beim ersten Verhandlungstermin mit dem Arbeitgeberverband DEHOGA gehen.
Brandenburger Köche, Kellner oder Hotel-Rezeptionisten stehen aktuell besonders unter Druck. Die Preise an der Zapfsäule sind zuletzt explodiert und sinken trotz der verkündeten Waffenruhe im Iran nicht spürbar. Gleichzeitig verdienen Fachkräfte im Restaurant oder Hotel laut Tarifvertrag noch immer deutlich weniger als im Nachbarbundesland Berlin, oft nur wenige Kilometer entfernt.
Bis zu 6.500 € weniger im Jahr für die gleiche Arbeit - das sei laut Gewerkschaft NGG nicht zu rechtfertigen. Sie fordert daher für ausgebildete Fachkräfte in Brandenburg mindestens 3000 € Bruttolohn sowie höhere Ausbildungsvergütungen.
„Obwohl viele Beschäftigte im Hotel oder Restaurant kaum noch von ihrem Lohn leben können, haben wir lange auf ein Signal der Arbeitgeberseite warten müssen. Seit mehr als einem halben Jahr wissen die Arbeitgeber von unseren Forderungen. Jetzt erwarten wir endlich ein gutes Angebot“, sagt Sebastian Riesner, der Verhandlungsführer für die Gewerkschaft NGG Region Berlin-Brandenburg.
Der Tarifvertrag für des Brandenburger Hotel- und Gastgewerbe regelt die Arbeitsbedingungen in vielen regionalen Hotels, Restaurants und Catering-Betrieben. Er hat zusätzlich große Signalwirkung für alle rund 46.000 Beschäftigten der Branche im Bundesland. Und denen machen nicht nur die steigenden Preise und ständigen Krisen zu schaffen, berichtet Riesner. Die Arbeit in der Branche sei hart. Überstunden, flexible Arbeitszeiten oft bis tief in die Nacht und ständiger Kontakt zur Kundschaft mache viele Gastro-Berufe zur ständigen Herausforderung, so der Gewerkschafter und gelernte Koch. Für ihn steht fest: Wer hier mit Leidenschaft und persönlichem Einsatz bestehe, habe besondere Wertschätzung und auskömmliche Bezahlung verdient. Von Trinkgeld könne man jedenfalls nicht leben.
Für die rund 2.300 Beschäftigten des Tarifgebietes der Milchindustrie Ost fordert die Lebensmittelgewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Lohnerhöhung von 6 Prozent. Für die Auszubildenden in den Molkereien und Käsereien sollen die Vergütungen um 80 Euro steigen. Dazu sollen die Fahrtkosten zur Berufsschule übernommen werden, gerade im ländlichen Raum sind das oft lange Fahrtwege mit hohen Kosten. Dazu soll es nach erfolgreichem Abschluss die Übernahme von mindestens einem Jahr geben.
Die Gewerkschaft will mit deutlichen Lohnsteigerungen die Realeinkommen sichern. Neben den allgemeinen gestiegenen Lebenshaltungskosten stehen zusätzliche Belastungen im Raum. Die Politik hat Einschnitte im Gesundheitssystem, der Altersvorsorge und in anderen Bereichen angekündigt.
Die Milchindustrie verzeichnet im Gegensatz zu anderen Industriebranchen deutliche Umsatzzuwächse und auch die Beschäftigung wächst. Der aktuelle Lohn- und Gehaltstarifvertrag für die Milchindustrie Ost läuft zum 31. August 2026 aus.
Gemeinsam noch stärker
Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.
Deine NGG im Landesbezirk Ost
Wir sind, wo Du bist - mit einem Büro in Deiner Nähe. Wir stehen Dir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Finde ein NGG-Büro in Deiner Nähe: