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NGG ruft zu 24-Stunden-Streik beim Filinchen-Hersteller in Apolda auf
Apolda/Erfurt
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft die Beschäftigten der Gutena Nahrungsmittel GmbH in Apolda ab dem heutigen Donnerstag zu einem 24-stündigen Warnstreik auf. Hintergrund ist die anhaltende Lohndiskriminierung in der Süßwarenindustrie und ein inakzeptables Angebot der Arbeitgeberseite, das für die Belegschaft faktisch einen Reallohnverlust bedeuten würde.
Details zum Warnstreik:
- Beginn: Donnerstag, 09. April 2026, 06:00 Uhr
- Ende: Freitag, 10. April 2026, 06:00 Uhr
- Ort: Vor dem Werkstor der Gutena Nahrungsmittel GmbH in Apolda
Fronten in den Verhandlungen verhärtet
Nachdem die Arbeitgeberseite auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein zukunftsfähiges Angebot vorgelegt hatte, ging die NGG-Tarifkommission in Vorleistung. Um eine Einigung zu erzielen, rückte die Gewerkschaft von ihrer ursprünglichen Forderung (7 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten) ab und legte einen weitreichenden Kompromissvorschlag vor. Dieser beinhaltet einen Ausgleich für die Leermonate Januar bis März sowie ein Stufenmodell für das Jahr 2026:
- + 30 Euro zum 1. April 2026
- + 30 Euro zum 1. Juni 2026
- + 30 Euro zum 1. August 2026
- + 10 Euro zum 1. Oktober 2026
Arbeitgeber fordert Verlängerung der Arbeitszeit und Sonderschichten
Anstatt auf diesen Kompromiss einzugehen, fordert die Geschäftsführung einen hohen „Preis“ für einen möglichen Tarifabschluss. Das Unternehmen verlangt die Einführung von vier Sonderschichten, die einseitig und unter Umgehung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates angeordnet werden sollen. Zusätzlich soll die tarifliche Wochenarbeitszeit ohne jeglichen finanziellen Ausgleich um eine Stunde verlängert werden.
Jens Löbel, Verhandlungsführer und Geschäftsführer der NGG Region Thüringen, findet deutliche Worte für das Vorgehen des Unternehmens:
"Das aktuelle Verhalten der Geschäftsführung ist ein handfester Schlag ins Gesicht der Belegschaft. Wer von seinen Beschäftigten verlangt, unbezahlt länger zu arbeiten, die Mitbestimmung des Betriebsrates bei Sonderschichten aushebeln will und dafür am Ende auch noch ein Lohnminus auf den Tisch legt, hat jeden Bezug zur Realität verloren. Die Kolleginnen und Kollegen bei Gutena leisten hervorragende Arbeit und lassen sich nicht mit Almosen abspeisen. Wir fordern Respekt, faire Bedingungen und das langjährige Entgeltniveau des Flächentarifvertrags!"
Ziel: Rückkehr in den Flächentarifvertrag
Die Beschäftigten sind nicht länger bereit, diese Ungerechtigkeiten hinzunehmen. Ihr klares Ziel ist der Wiederanschluss an den Flächentarifvertrag Süßware Ost, aus dem Gutena im Jahr 2023 ausgetreten war – und dass, obwohl die NGG dem Arbeitgeber in der Vergangenheit regelmäßig Entgegenkommen signalisiert hatte. Die Dringlichkeit wird durch die Branchenentwicklung unterstrichen: Zum 1. Juli 2026 erhöhen sich die Löhne und Gehälter im ostdeutschen Flächentarifvertrag regulär um weitere 2,5 Prozent.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 17. April 2026 statt. Bis dahin soll der 24-stündige Warnstreik den Forderungen der Belegschaft den nötigen Nachdruck verleihen.
Historie:
Erfurt/ Apolda
Auch nach über fünf Stunden Verhandlungen am 25. März konnte in der zweiten Entgelttarifverhandlung mit der Gutena Nahrungsmittel GmbH keine Einigung erzielt werden. Das Unternehmen legte wiederholt kein Angebot vor. Obwohl nach eigenen Angaben des Unternehmens das Geschäftsjahr 2025 gut verlaufen ist.
Daraufhin übernahm die Tarifkommission der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Initiative und präsentierte einen konkreten Lösungsvorschlag. Dieser sieht eine monatliche Lohnerhöhung in vier Stufen vor, die sich in Summe auf 100 Euro beläuft.
Im Detail fordert die NGG:
- +30 Euro zum 1. April
- weitere +30 Euro zum 1. Juni
- weitere +30 Euro zum 1. August 2026
- nochmals +10 Euro zum 1. Oktober 2026
Zusätzlich beinhaltet der Vorschlag einen Ausgleich für die Leermonate Januar bis März bei einer Laufzeit des Tarifvertrages vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2026.
Die Geschäftsführung von Gutena verlangt hingegen als „Preis für einen Tarifabschluss“ deutliche Zugeständnisse der Beschäftigten. Das Unternehmen fordert vier Sonderschichten, die es einseitig und ohne Mitbestimmung des Betriebsrates anordnen will. Zudem soll die tarifliche Arbeitszeit von 37 auf 38 Stunden in der Woche verlängert werden, was einem Wert von 2,6 Prozent entspricht. Diese zusätzliche Stunde soll für die Beschäftigten umsonst sein und weder in Zeit noch in Geld ausgeglichen werden. Die NGG hat dieses „Minusangebot“ abgelehnt.
Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG Region Thüringen, findet dazu deutliche Worte:
„Die Forderung des Unternehmens nach einer Stunde unbezahlter Arbeit bedeutet unter dem Strich ein klares Lohnminus. Dazu gibt es von uns ein klares NEIN!. Dass Gutena zudem Sonderschichten einseitig und ohne die rechtmäßige Mitbestimmung des Betriebsrates anordnen will, ist für uns nicht tragbar. Dieses NEIN wird die Belegschaft deutlich machen und für einen vertretbaren Tarifabschluss kämpfen.“
Die Gewerkschaft ruft die Beschäftigten dazu auf, sich für weitere Aktionen bereitzuhalten.
Bereits im Vorfeld der 2. Verhandlung fand am 24.02.2026 ein 4-stündiger Warnstreik der Beschäftigten bei Gutena statt.
Apolda/Erfurt
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Thüringen, ruft die Beschäftigten der Gutena Nahrungsmittel GmbH in Apolda zum Warnstreik auf. Hintergrund ist die blockierte Tarifrunde beim Hersteller des bekannten Knäckebrots „Filinchen“. Die Geduld der Belegschaft ist nach monatelanger Verzögerungstaktik der Arbeitgeberseite am Ende.
Der Warnstreik findet statt am: Dienstag, den 24.02.2025 in der Zeit von 05:00 Uhr bis ca. 08:00 Uhr Ort: Vor dem Werkstor der Gutena Nahrungsmittel GmbH in Apolda.
Der Konflikt spitzte sich zu, nachdem die letzte Verhandlung – die auf ausdrücklichen Wunsch der Arbeitgeber bereits am 22. Dezember stattfand – ergebnislos verlief. Trotz der Anberaumung des Termins legte die Geschäftsführung weder ein Angebot vor, noch zeigte sie Bereitschaft, zeitnah weiter zu verhandeln.
Hinhaltetaktik provoziert Arbeitskampf
Besonders verärgert zeigt sich die Tarifkommission über den Umgang mit Folgeterminen. Erst auf mehrfache Nachfrage schlug der Arbeitgeber einen Verhandlungstermin für Ende März vor – über drei Monate nach dem letzten Gespräch.
„Die Hinhaltetaktik der Arbeitgeberseite ist nicht hinnehmbar“, kritisiert Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen. „Erst werden wir kurz vor Weihnachten an den Tisch gebeten, ohne dass man uns etwas anzubieten hat, und nun sollen die Beschäftigten bis Ende März warten. Das ist zu spät. Wir akzeptieren keine Leermonate auf dem Rücken der Belegschaft.“
Forderung: Anschluss an die Süßwarenindustrie
Die NGG-Tarifkommission hatte in der Dezember-Verhandlung als Kompromiss bereits einen Kurztarifvertrag vorgeschlagen, um eine schnelle Lösung zu finden. Dieser wurde vom Arbeitgeber jedoch strikt abgelehnt.
Die Forderungen der NGG liegen klar auf dem Tisch:
Lohnerhöhung von 7 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten
Ziel ist es, die Einkommen der Gutena-Beschäftigten wieder an die allgemeine Lohnentwicklung der Süßwarenindustrie heranzuführen. „Die Kolleginnen und Kollegen sorgen täglich dafür, dass das Traditions-Produkt Filinchen in den Regalen steht. Sie haben eine faire Teilhabe an der Preisentwicklung verdient“, so Löbel weiter.
Da der Arbeitgeber bisher kein Einlenken signalisiert, wird der Druck nun durch die Arbeitsniederlegung am Dienstagmorgen erhöht.
Gemeinsam noch stärker
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