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Streiks in der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt weiten sich aus

Landtag thematisiert wirtschaftliche Folgen wie Kaufkraftverluste und sinkende Steuereinnahmen
28. April 2026

Nach ersten Arbeitsniederlegungen in den Betrieben der Schwarz-Gruppe drohen in der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt in den kommenden Wochen weitere Streiks. Bereits am Montag stellte die Belegschaft des Feinkosthersteller Füngers in Oranienbaum für vier Stunden die Arbeit ein, die Maschinen und Anlagen kamen zum Stillstand. Es war der erste Streik im Betrieb mit sehr großer Beteiligung.

Hintergrund für die sich ausweitenden Arbeitskämpfe sind stockende Tarifverhandlungen für die über 3.000 Beschäftigte in 15 Betrieben des Tarifgebietes. Neben den Betrieben der Schwarz–Produktionsgruppe MEG Leißling, Jessen und Roßbach sowie Bonback in Halle gehören dem Tarifgebiet weitere namenhafte Unternehmen an wie etwa das Ditsch-Werk in Oranienbaum, Rotkäppchen Sekt in Freyburg, Burger Knäcke und Hasa in Burg oder Freiberger in Osterweddingen.
 

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) macht Druck. Die Arbeitgeberseite hat bisher nur 2,8% Lohnerhöhung angeboten, zusätzlich soll die Lohnerhöhung erst Monate nach dem Auslaufen des alten Tarifvertrages gezahlt werden. Nächster Verhandlungstermin ist der 30. April.

„Mit dem Angebot der Arbeitgeberseite droht ein Reallohnverlust. Viele Beschäftigte würden in Richtung Mindestlohn rutschen, der zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro steigt“, erklärt Uwe Ledwig Verhandlungsführer der NGG und Vorsitzender des Landesbezirks Ost der NGG. 

Der Gewerkschafter weiter: „Und unsere eigentliche Forderung nach einer Lohnangleichung an die Verdienste im Westen oder vergleichbarer Tarifgebiete würde in weite Ferne rutschen. Das nehmen die Beschäftigten nicht hin.“ 

Er verweist auf bestehende Lohnunterschiede von mehreren hundert bis 2.000 Euro im Monat. 

Die Tarifauseinandersetzung ist heute auch Thema im Landtag von Sachsen-Anhalt. Die LINKE hat einen Antrag eingebracht und weist auf die gesellschaftlichen Kosten von niedrigeren Verdiensten und Tarifflucht hin. Allein durch die schlechtere Bezahlung der gut 3.000 Beschäftigten in dem Tarifgebiet Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt entsteht im Bundesland ein Kaufkraftverlust von 28 Millionen Euro. Die Mindereinnahmen belaufen sich bei den Sozialversicherungen auf 16 Millionen Euro, bei den Steuereinnahmen auf 8 bis 10 Millionen Euro.

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