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Über 600 Beschäftigte bei Streikversammlung in Magdeburg

Klares Zeichen für einen Lohnangleich West
21. Mai 2026

„Schluss mit Lohnunterschied Ost West!“, „Lohnmauer einreißen“, „Lohnmauer leck Eier“. Die Botschaften der über 600 Beschäftigten der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt war auf der Streikversammlung in Magdeburg nicht zu übersehen. 

Streikende aus elf Betrieben waren dem Ruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nach Magdeburg gefolgt, um für ein Ende der Lohnunterschiede Ost/West kämpfen. Darunter waren Beschäftigte namenhafter Firmen wie dem Sekthersteller Rotkäppchen, der Brezelbäckerei Ditsch oder Lebensmittelbetrieben der Lidl-Kaufland-Gruppe (Schwarz-Produktion).

Die Gewerkschaft NGG fordert eine schnelle Angleichung an das Verdienstniveau westdeutscher Standorte oder vergleichbarer Tarifgebiete. Noch immer wird in vielen Unternehmen deutlich weniger Lohn für die gleiche Arbeit gezahlt. Das wollen die Beschäftigten nicht mehr hinnehmen. Bisherige Tarifverhandlungen verliefen ohne Ergebnis.

„Die anhaltende Ignoranz der Arbeitgeberseite, einen zeitnahen, konkreten Plan zur Angleichung der Löhne und Gehälter zu vereinbaren, ist ein Schlag in Gesicht der Beschäftigten. Die Streikkundgebung der Beschäftigten zahlreicher Lebensmittelbetriebe setzt ein deutliches Signal, dass deren Geduld am Ende ist, erklärt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer und Vorsitzender der NGG Ost.

Der Gewerkschafter weiter: „Viele Beschäftigte halten den Unternehmen seit Jahrzehnten die Treue. Sie erhalten aber im Monat 500 Euro bis über 1.000 Euro weniger Lohn als ihre Kolleginnen und Kollegen an den westdeutschen Standorten oder vergleichbaren Tarifgebieten. Damit muss jetzt zügig Schluss gemacht werden. Schluss mit Unterschieden Ost-West. Schluss mit Beschäftigte 2. Klasse! Lohnmauern einreißen.“

Betroffen von der Tarifverhandlung der Ernährungsindustrie Sachsen-Anhalt sind insgesamt über 3.000 Beschäftigte in 15 Betrieben. Die NGG beklagt neben der Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite ein Foulspiel in den Verhandlungen. Auf ausdrücklichen Willen der Arbeitgeberseite wurde auf Vertraulichkeit für Gespräche in einer kleinen Verhandlungskommission bestanden. In der betrieblichen Kommunikation verstößt der Arbeitgeberverband nun selbst gegen seinen Anspruch und verbreitet inoffizielle Angebote. Offensichtlich wird daraufgesetzt, die Beschäftigten zu verwirren und zu verunsichern. Das wird aber nicht aufgehen. Der Arbeitgeberverband und seine Unternehmen müssen einsehen, dass der Weg zur Lohnangleichung nicht mehr aufzuhalten ist. 



Betroffene Betriebe des Tarifgebietes Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt sind:

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei in Freyburg, vier Betriebe der LIDL-Kaufland-Gruppe: Großbäckerei Bonback Halle sowie die Werke des Getränkeherstellers MEG Leißling, Jessen und Roßbach (alles Schwarz-Produktion), die Brezelbäckerei Ditsch und der Feinkosthersteller Füngers in Oranienbaum, die Pizzahersteller Freiberger in Osterweddingen und Hasa in Burg (beide Südzucker), die Deutsche Tiernahrung Cremers mit den beiden Standorten Könnern/Herzberg, die Wergona Schokoladenfabrik in Wernigerode, der Getränkeproduzent Gaensefurther Schlossbrunnen GmbH & Co.KG, der Knäckebrot-Hersteller Burger Knäcke in Burg und das MAWEA Majoranwerk in Aschersleben

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