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Alles hat ein Ende, nur der Wurst-Streik hat zwei!

Nach erfolgreichem Arbeitskampf bei Die frische Thüringer GmbH wird sich zeigen, ob der Tarifkonflikt beigelegt werden kann oder weitere Streikmaßnahmen erfolgen müssen.
20. Februar 2026

Nachdem die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Die frische Thüringer GmbH am 10.02.2026 nach nur einer halben Stunde von Arbeitgeberseite für beendet erklärt wurden, traten mehr als 160 Beschäftigten in Suhl am Mittwoch, 18.02.2026 ab 20 Uhr in einen 19-stündigen Warnstreik.

Die Beschäftigten haben gezeigt, dass sie wirklich das größte Kapital ihres Arbeitgebers sind, wie es auf der Homepage der Zur Mühlen Gruppe so schön heißt! Dieses ‚Kapital‘ hat erfolgreich 19 Stunden gestreikt und den Betrieb lahmgelegt, um für die bisher verweigerte Lohnerhöhung zu kämpfen“, sagt Jens Löbel, Gewerkschaft NGG Thüringen.

Die Gewerkschaft NGG fordert für die Beschäftigten einen tariflichen Einstiegslohn mit einem Abstand von mindestens 0,50 Euro zum gesetzlichen Mindestlohn sowie eine entsprechende prozentuale Anhebung aller weiteren Entgeltgruppen, um die Lohnstrukturen zur wahren. Dies entspricht einer Erhöhung von rund elf Prozent in der untersten Gruppe.

Nachdem die Arbeitgeberseite am 10.02.2026 nach nur einer halben Stunde den Verhandlungstisch ohne Angebot und der Ankündigung einer Null-Runde verließ, traten die Beschäftigten in der Nacht von 18. auf 19.02.2026 in einen 19-stündigen Warnstreik. Ähnliches ereignete sich an weiteren Standorten der Zur Mühlen Gruppe.
Die Beschäftigten bei Die frische Thüringer haben Schnee und Kälte getrotzt und lautstark vor dem Werkstor demonstriert. Nichts ging mehr - keine LKWs rein oder raus, keine Produktion.

Jens Löbel zieht ein Fazit: „Die hohe Streikbeteiligung hat gezeigt, wie ernst es den Kolleginnen und Kollegen um ihre Lohnerhöhung ist - allen Einschüchterungsversuchen des Arbeitgebers zum Trotz! Es bleibt abzuwarten, ob der Arbeitgeber jetzt einlenkt und wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Dieser Wurst-Streik hat zwei Enden: Lohnerhöhung oder erneuter Streik!“

 

Hintergrund:

Die frische Thüringer GmbH ist Teil der Zur Mühlen Gruppe (ZMG), welche wiederum zur Premium Food Group (ehem. Tönnies Holding) gehört. Sie zählt damit zu einem der wirtschaftlich stärksten Fleischkonzerne Europas.

Nachdem die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Die frische Thüringer GmbH am 10.02.2026 nach nur einer halben Stunde durch die Ankündigung, keine tarifliche Lohnerhöhung zahlen zu wollen, von Arbeitgeberseite für beendet erklärt wurden, treten die Beschäftigten in Suhl am Mittwoch, 18.02.2026 ab 20 Uhr in einen 19-stündigen Warnstreik.

Wenn der Arbeitgeber den Beschäftigten trotz der steigenden Inflation der letzten Jahre und den erzielten Preiserhöhungen im Lebensmitteleinzelhandel eine Lohnerhöhung verweigert, dann ist das ein Schlag in das Gesicht der Kolleginnen und Kollegen“, sagt Jens Löbel , Gewerkschaft NGG Thüringen. 

 

Die Geschäftsleitung habe verkündet, dass durch den steigenden Mindestlohn kein Geld mehr zum Verteilen an die Beschäftigten, die oberhalb des Mindestlohns arbeiten, vorhanden wäre – und das bei 7,8 Mrd. Euro Umsatz in 2024. „Die gesetzliche Mindestlohnerhöhung darf kein Argument sein, Lohnerhöhungen zu verweigern und Beschäftigte aus unteren gegen die Kolleginnen und Kollegen aus oberen Lohngruppen auszuspielen, das ist niederträchtig! Die Kolleginnen und Kollegen lassen sich nicht gegeneinander ausspielen, sondern streiken solidarisch Hand in Hand für eine Lohnerhöhung für alle“, so Niekler weiter.

Die Gewerkschaft NGG fordert für die Beschäftigten einen tariflichen Einstiegslohn mit einem Abstand von mindestens 0,50 Euro zum gesetzlichen Mindestlohn sowie eine entsprechende prozentuale Anhebung aller weiteren Entgeltgruppen, um die Lohnstrukturen zur wahren. Dies entspricht einer Erhöhung von rund elf Prozent in der untersten Gruppe.

Die frische Thüringer GmbH ist Teil der Zur Mühlen Gruppe (ZMG), welche wiederum zur Premium Food Group (ehem. Tönnies Holding) gehört. Sie zählt damit zu einem der wirtschaftlich stärksten Fleischkonzerne Europas. Für Löbel von der Gewerkschaft NGG ist damit klar: „Für einen solchen Giganten in der Lebensmittelindustrie ist eine Verschlechterung der Löhne und Gehälter nicht zu rechtfertigen, wenn gleichzeitig in den letzten Jahren erhebliche Mittel für Investitionen und Konzernerweiterungen aufgewendet werden konnten.“ 

Auf der Homepage der Zur Mühlen Gruppe heißt es großmundig: „Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital.“ Löbel stellt fest: 

"Derzeit scheint die Geschäftsleitung auf ihr größtes Kapital nicht besonders viel Wert zu legen. Die Beschäftigten bei Die frische Thüringer werden dem Arbeitgeber in Erinnerung rufen, wie wertvoll und essenziell ihre Arbeitskraft tatsächlich ist!

 

Es gibt derzeit keinen weiteren Verhandlungstermin. Der Warnstreik beginnt am 18.02.2026 um 20 Uhr mit der Nachtschicht und endet am 19.02.2026 um 15 Uhr. Die Gewerkschaft NGG schließt weitere Streikmaßnahmen nicht aus, sollte die Arbeitgeberseite kein zufriedenstellendes Angebot vorlegen. 

 

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