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„Nur wenn man Probleme anspricht, kann man etwas ändern!“
Hunderte neugewählte Betriebsräte machen sich an die Arbeit. Wir haben mit einem gesprochen.
Bei Nordgetreide am Standort Falkenhagen (nähe Pritzwalk) im nördlichen Brandenburg produzieren knapp 150 Beschäftigte Frühstücks-Cerealien (Cornflakes u.v.m.) für die großen Lebensmittel-Ketten wie Lidl/Kaufland aber auch REWE und Edeka.
Im Gespräch: Robert Voss, Betriebsratsvorsitzender bei Nordgetreide.
Er spricht mit uns über erfolgreiche Interessenvertretung, Schichtpläne und die Bedeutung guter Kommunikation.
UNSERE FRAGEN:
Nach der letzten Wahlperiode sind neue Leute in das Gremium reingekommen und damit ein neuer Schwung. Wir haben auch unsere Öffentlichkeitsarbeit als Betriebsrat verändert. Wir hängen regelmäßig Newsletter aus, in denen wir über unsere Arbeit berichten. Das Feedback darauf ist richtig gut. Viele sagen „Jetzt bekommen wir mal mit, was ihr macht.“ Es kommen auch Fragen, was gerade besprochen wird.
Thema Betriebsversammlungen. Gut sind aus unseren Erfahrungen auch Teilversammlungen, wir machen das teilweise schichtmäßig. So kleine Runden bringen oft mehr. Ich glaube die Belegschaft wird auch mutiger! In Werksgespräche der Geschäftsleitung trauen sich Leute auch etwas zu sagen oder auch zu kritisieren. Das muss die Werksleitung dann annehmen. Wenn man Probleme nicht anspricht, kann sich auch nichts ändern.
Mit den neuen Leuten kamen neuer Wind und neue Ansichten. Auch das gegenseitige Verständnis ist gewachsen. Wir verabreden immer eine gemeinsame Strategie, die alle mittragen. Das transportiert sich auch in die Belegschaft.
Mit meinem Stellvertreter suche ich bei den Sitzungen immer Augenkontakt. Wir verstehen uns. Das macht ganz viel aus.
Schichtpläne, Schichtpläne, Schichtpläne ! Das ist ein großes Thema. Unsere Geschäftsleitung hat das Hobby, die Schichtpläne ständig umzustellen, nach ihren Vorstellungen. Die Anlagen sollen am besten immer laufen. Für uns dagegen wichtig: soviel Wochenendfreizeit wie möglich! Dazu dünnen wir die Schichtgruppen am Wochenende aus. Das schmeckt unseren Arbeitgebern nicht.
Wir tauschen viel gegenseitige Argumente aus. Wenn wir merken, die Arbeitgeberseite will sich querstellen, wir kommen nicht weiter, muss die Einigungsstelle* kommen
(*Anmerkung: Das ist ein Schlichtungsorgan mit einem Vertreter des Arbeitsgerichtes und mit Kosten für das Unternehmen verbunden). Bisher ist es aber dazu noch nicht gekommen.)
Der Arbeitgeber weiß einzuordnen, dass die Belegschaft hinter uns steht!
Sehr gut. Wir laden unseren Gewerkschaftssekretär regelmäßig zu unseren Betriebsratssitzungen ein. Er soll auch mal durch die Produktion gehen und wir planen bald einen Infostand vor dem Betrieb. Und jeder, der neu anfängt, wird von Gewerkschaftsmitgliedern in der Abteilung angesprochen, was wir gemeinsam erreicht haben und dass wir eine starke Gemeinschaft brauchen und er mitmachen muss.
Information, Belegschaft abholen und mitnehmen! Nur Betriebsversammlungen abhalten reicht nicht. Information wie bei uns mit dem Newsletter kann ich nur als guten Weg empfehlen.
Gemeinsam noch stärker
Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.
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