You are here:
Angebot des "Filinchen"-Hersteller Gutena untragbar
Erfurt/ Apolda
Auch nach über fünf Stunden Verhandlungen am 25. März konnte in der zweiten Entgelttarifverhandlung mit der Gutena Nahrungsmittel GmbH keine Einigung erzielt werden. Das Unternehmen legte wiederholt kein Angebot vor. Obwohl nach eigenen Angaben des Unternehmens das Geschäftsjahr 2025 gut verlaufen ist.
Daraufhin übernahm die Tarifkommission der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Initiative und präsentierte einen konkreten Lösungsvorschlag. Dieser sieht eine monatliche Lohnerhöhung in vier Stufen vor, die sich in Summe auf 100 Euro beläuft.
Im Detail fordert die NGG:
- +30 Euro zum 1. April
- weitere +30 Euro zum 1. Juni
- weitere +30 Euro zum 1. August 2026
- nochmals +10 Euro zum 1. Oktober 2026
Zusätzlich beinhaltet der Vorschlag einen Ausgleich für die Leermonate Januar bis März bei einer Laufzeit des Tarifvertrages vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2026.
Die Geschäftsführung von Gutena verlangt hingegen als „Preis für einen Tarifabschluss“ deutliche Zugeständnisse der Beschäftigten. Das Unternehmen fordert vier Sonderschichten, die es einseitig und ohne Mitbestimmung des Betriebsrates anordnen will. Zudem soll die tarifliche Arbeitszeit von 37 auf 38 Stunden in der Woche verlängert werden, was einem Wert von 2,6 Prozent entspricht. Diese zusätzliche Stunde soll für die Beschäftigten umsonst sein und weder in Zeit noch in Geld ausgeglichen werden. Die NGG hat dieses „Minusangebot“ abgelehnt.
Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG Region Thüringen, findet dazu deutliche Worte:
„Die Forderung des Unternehmens nach einer Stunde unbezahlter Arbeit bedeutet unter dem Strich ein klares Lohnminus. Dazu gibt es von uns ein klares NEIN!. Dass Gutena zudem Sonderschichten einseitig und ohne die rechtmäßige Mitbestimmung des Betriebsrates anordnen will, ist für uns nicht tragbar. Dieses NEIN wird die Belegschaft deutlich machen und für einen vertretbaren Tarifabschluss kämpfen.“
Die Gewerkschaft ruft die Beschäftigten dazu auf, sich für weitere Aktionen bereitzuhalten.
Bereits im Vorfeld der 2. Verhandlung fand am 24.02.2026 ein 4-stündiger Warnstreik der Beschäftigten bei Gutena statt.
Apolda/Erfurt
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Thüringen, ruft die Beschäftigten der Gutena Nahrungsmittel GmbH in Apolda zum Warnstreik auf. Hintergrund ist die blockierte Tarifrunde beim Hersteller des bekannten Knäckebrots „Filinchen“. Die Geduld der Belegschaft ist nach monatelanger Verzögerungstaktik der Arbeitgeberseite am Ende.
Der Warnstreik findet statt am: Dienstag, den 24.02.2025 in der Zeit von 05:00 Uhr bis ca. 08:00 Uhr Ort: Vor dem Werkstor der Gutena Nahrungsmittel GmbH in Apolda.
Der Konflikt spitzte sich zu, nachdem die letzte Verhandlung – die auf ausdrücklichen Wunsch der Arbeitgeber bereits am 22. Dezember stattfand – ergebnislos verlief. Trotz der Anberaumung des Termins legte die Geschäftsführung weder ein Angebot vor, noch zeigte sie Bereitschaft, zeitnah weiter zu verhandeln.
Hinhaltetaktik provoziert Arbeitskampf
Besonders verärgert zeigt sich die Tarifkommission über den Umgang mit Folgeterminen. Erst auf mehrfache Nachfrage schlug der Arbeitgeber einen Verhandlungstermin für Ende März vor – über drei Monate nach dem letzten Gespräch.
„Die Hinhaltetaktik der Arbeitgeberseite ist nicht hinnehmbar“, kritisiert Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen. „Erst werden wir kurz vor Weihnachten an den Tisch gebeten, ohne dass man uns etwas anzubieten hat, und nun sollen die Beschäftigten bis Ende März warten. Das ist zu spät. Wir akzeptieren keine Leermonate auf dem Rücken der Belegschaft.“
Forderung: Anschluss an die Süßwarenindustrie
Die NGG-Tarifkommission hatte in der Dezember-Verhandlung als Kompromiss bereits einen Kurztarifvertrag vorgeschlagen, um eine schnelle Lösung zu finden. Dieser wurde vom Arbeitgeber jedoch strikt abgelehnt.
Die Forderungen der NGG liegen klar auf dem Tisch:
Lohnerhöhung von 7 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten
Ziel ist es, die Einkommen der Gutena-Beschäftigten wieder an die allgemeine Lohnentwicklung der Süßwarenindustrie heranzuführen. „Die Kolleginnen und Kollegen sorgen täglich dafür, dass das Traditions-Produkt Filinchen in den Regalen steht. Sie haben eine faire Teilhabe an der Preisentwicklung verdient“, so Löbel weiter.
Da der Arbeitgeber bisher kein Einlenken signalisiert, wird der Druck nun durch die Arbeitsniederlegung am Dienstagmorgen erhöht.
Gemeinsam noch stärker
Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.
Deine NGG im Landesbezirk Ost
Wir sind, wo Du bist - mit einem Büro in Deiner Nähe. Wir stehen Dir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Finde ein NGG-Büro in Deiner Nähe: