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Backwarenhersteller Aryzta: Arbeitsplatzkahlschlag für die Aktionäre
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert die angekündigten Schließungen der Aryzta-Standorte Nordhausen (Thüringen) und Gerolzhofen (Bayern) und kündigt an, die Arbeitsplatzvernichtung für Renditezwecke nicht widerspruchslos hinzunehmen.
Um die Rendite weiter zu steigern und im Jahr 2027 wieder eine Dividende an die Aktionäre auszuzahlen, hat der Backwarenhersteller Aryzta angekündigt, die Werke in Nordhausen und Gerolzhofen zu schließen und die Produktion am Standort Eisleben (Sachsen-Anhalt) zu bündeln. Betroffen sind 170 Beschäftigte in Nordhausen und 270 Beschäftigte in Gerolzhofen. Am Standort Eisleben arbeiten derzeit etwa 1.000 Beschäftigte.
„Jahrelang haben sich die Beschäftigten rund um die Uhr in Schichtarbeit und am Wochenende für das Unternehmen aufgeopfert. Jetzt gibt es für sie nur einen Fußtritt. Das ist schäbig und macht wütend“, erklärt Olaf Klenke von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Der Gewerkschafter weiter: „Das Unternehmen will mit den Schließungen den Gewinn steigern und die Aktionäre wieder mit einer Dividende bedienen. Auf der Strecke bleiben die Beschäftigten und ihre Familien. Wir nehmen diese Schließungsbeschlüsse nicht hin. Wir wollen eine Perspektive für die Beschäftigten und die Werke. Es braucht Alternativen!“
Die NGG wird sich mit den Betriebsräten eng beraten und in den nächsten Wochen und Monaten alle Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsplätze zu erhalten und den Standorten Perspektiven zu geben.
Die NGG weist darauf hin, dass Aryzta keine Verluste schreibt. Dem Backwarenhersteller ist es gelungen, in den zurückliegenden Jahren seine Verbindlichkeiten deutlich abzubauen. Das Unternehmen will 2026 zum dritten Mal in Folge einen Gewinn von über 300 Millionen Euro erwirtschaften und im nächsten Jahr wieder eine Dividende an seine Aktionäre ausschütten. Diesem Rendite- und Profitstreben werden die Beschäftigten an den Standorten geopfert.
Die Schließungsbeschlüsse haben auch nichts mit den getätigten Lohnabschlüssen zu tun. Diese liegen mit 2 bis 2,5 % deutlich unter der derzeitigen Inflation. Es geht vielmehr darum, das Unternehmen für die Aktionäre attraktiver zu machen, koste es, was es wolle. Dies geschieht auf dem Rücken von Hunderten Beschäftigten und ihrer Familien.
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