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Beide Fude+Serrahn Standorte Berlin-Spandau und Gransee im Warnstreik
Nach drei ergebnislosen Runden in den Verhandlungen über einen neuen Entgelttarifvertrag bei der Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG für die Standorte in Berlin-Spandau und dem brandenburgischen Gransee hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) heute zu einem achtstündigen Warnstreik aufgerufen.
Die Gewerkschaft fordert einen Anschlusstarifvertrag mit 12 Monaten Laufzeit bis 31.12.2026, 13 Prozent mehr Entgelt für alle Lohn- und Gehaltsgruppen, mindestens aber 340 Euro mehr sowie die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um jeweils 150 Euro pro Ausbildungsjahr.
„Nach drei Verhandlungsrunden liegt noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch. Wer trotz anhaltender hoher Kosten, stetig steigender Arbeitsbelastung und großer Verantwortung der Beschäftigten lediglich eine Entgelterhöhung in Orientierung der Inflation zugestehen möchte, provoziert den Konflikt bewusst“, erklärt NGG-Verhandlungsführerin Manuela Scholz.
„Bislang ist die Verhandlung eher eine Einbahnstraße. Ein deutliches Entgegenkommen zeigte bisher nur die NGG-Tarifkommission. So funktionieren Verhandlungen aber nicht. Die Kolleginnen und Kollegen sind mächtig sauer. Seit 6.00 Uhr erhöhen wir den Druck durch weitere Warnstreiks“.
Der Arbeitgeber hatte sein bisheriges Angebot in der dritten Verhandlungsrunde am 18.02.2026 zuletzt um +0,5% nachgebessert. Demnach sollen die Entgelte bei einer Laufzeit von 24 Monaten um 2,7% und 2,5% steigen. Die Geschäftsführung erklärte zugleich, dass es keinen weiteren finanziellen Spielraum gebe und es zunächst auch an keinen weiteren Verhandlungstermin bedarf. Infolgedessen hatten die Beschäftigten der Fude + Serrahn bereits am 03.03.2026 in Gransee und am 04.03.2026 in Berlin die Arbeit vorübergehend niedergelegt.
Hintergrund: Die Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG ist ein weltweit operierendes Produktions- und Handelsunternehmen für Milchprodukte. Zusätzlich zu eigenen Produktionsstandorten, u.a. in Berlin und Gransee werden die verschiedenen Rohstoffe im Werklohn zum End- oder Zwischenprodukt verarbeitet.
Nach dem gestrigen erfolgreichen Warnstreik in Gransee haben heute auch Beschäftigte der Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG erstmalig am Standort Berlin-Spandau die Arbeit niedergelegt.
Über 30 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich an dem mehrstündigen Warnstreik – die Beteiligung war damit ebenso stark wie am Vortag und genauso motiviert.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte zu dem Warnstreik aufgerufen, nachdem die Tarifverhandlungen vom 18.02.2026 ohne Ergebnis geblieben waren.
Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt Entgelterhöhungen von +2,7 % und +2,5 % bei einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten. Zuvor standen lediglich 2,2 % für ein Jahr im Raum.
Aus Sicht der NGG reicht das nicht aus. Die Lohnlücke zur Milchindustrie Ost beträgt aktuell rund 9 Prozent und würde sich ab Juli auf 12 Prozent vergrößern. Die Beschäftigten fordern daher eine Erhöhung aller Entgelte um +13 Prozent, mindestens jedoch 340 Euro.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass Beschäftigte für die gleiche Arbeit in derselben Branche deutlich weniger verdienen“, erklärt Verhandlungsführerin Manuela Scholz.
Zudem erinnere man an die Vereinbarungen aus der Tarifrunde 2025, in der die Belegschaft angesichts der Auswirkungen der Maul- und Klauenseuche einen Kompromiss mitgetragen habe. Nun sei der Arbeitgeber in der Pflicht, einen Ausgleich zu schaffen.
Mit den Warnstreiks an beiden Standorten erhöhen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeberseite, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen und einen neuen Verhandlungstermin zu vereinbaren.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Beschäftigten der Nacht- und Frühschicht zu einem mehrstündigen Warnstreik am 03.03.2026 um 05:30 Uhr vor dem Werktor aufgerufen. Damit reagieren die Beschäftigten der Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG (F&S) am Standort in Gransee auf die erfolglose Tarifverhandlung am 18.02.2026.
Die Arbeitgeberseite will auf die Lohnbremse treten. Das ist für die Beschäftigten absolut unverständlich. Die Preissteigerungen für die Menschen sind weiterhin hoch, gleiches gilt für die seit Jahren zunehmende Arbeitsverdichtung. Die Kolleginnen und Kollegen sind absolut am Limit. Wir fordern grundsätzlich nicht weniger, als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Milchindustrie Ost schon bekommen. Es war bisher nur die NGG-Tarifkommission, die in den vergangenen drei Verhandlungsrunden zu Kompromissen bereit gewesen ist. Der Arbeitgeber wiederum lässt keinen ernsthaften Willen zur Einigung erkennen. „Da darf man sich nicht wundern, wenn fehlende Wertschätzung bei den Beschäftigten irgendwann sauer aufstößt“, sagt die Verhandlungsführerin Manuela Scholz von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Die Arbeitgeber boten in der ersten Verhandlung lediglich eine Erhöhung der Löhne und Gehälter von 2,2% auf ein Jahr. Das ist nicht mehr als Inflation. Zuletzt bot die Arbeitgeberseite +2,7% und +2,5% an, bei einer verlängerten Laufzeit von 24 Monaten.
Scholz weist weiter darauf hin, dass mit diesem Angebot die Lohnschere zwischen der Milchindustrie Ost und den Haustarifvertrag größer wird.
„Bei einer Differenz von aktuell 9% und ab Juli 12% relativiert sich das Angebot wieder sehr schnell,“ betont Scholz. „Die Beschäftigten fordern eine wertschätzende und faire Entlohnung ihrer Arbeit“ unterstreicht Manuela Scholz den Willen der Beschäftigten.
„Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass Beschäftigte die gleiche Arbeit in derselben Branche machen, allerdings für weniger Geld“, meint Scholz.
Gefordert ist die Erhöhung aller Entgelte um +13%, mindestens jedoch um 340 Euro. „Die gemeinsam beschlossene Forderung greift im Übrigen nicht nur auf, die Lohnschere schrittweise zu schließen, sondern zugleich die Verabredung mit den Arbeitgebern aus der letzten Tarifrunde 2025. In dieser hatten wir uns aufgrund der damaligen Auswirkungen in Folge der Maul- und Klauenseuche auf einen Kompromiss verständigt, deren Ausgleich sich jedoch in der Tarifrunde 2026 wiederfinden muss. Die Kolleginnen und Kollegen sind seinerzeit in eine Art Vertrauensvorschuss gegangen. Nun muss der Arbeitgeber liefern. Das tut er aber bisher nicht. Weder mit dem bisher vorgelegten Angebot noch mit der Aussage, dass es derzeit keinen neuen Verhandlungstermin braucht“, meint Scholz abschließend.
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