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Einigung erreicht: NGG und Deutsche See vereinbaren neuen Tarifvertrag

Rund 5 % mehr Lohn, Einmalzahlungen und bessere Ausbildungsvergütung für 1.800 Beschäftigte
20. März 2026

Hamburg, 19. März 2026

Nach komplizierten Verhandlungen und einer bundesweiten Streikwelle haben sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Deutsche See Fischmanufaktur auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Für die bundesweit rund 1.800 Beschäftigten bedeutet dieser ein durchschnittliches Entgelt-Plus von 5 Prozent. Gewerkschaftsmitglieder profitieren von einer exklusiven Einmalzahlung.

„Die Verhandlungen waren schwierig, lange war keine Kompromissbereitschaft von Deutsche See erkennbar“, so Björn Bauer, Verhandlungsführer der NGG. Zuletzt bot der Arbeitgeber lediglich einen Inflationsausgleich und die Angleichung der unteren Entgeltgruppen an den Mindestlohn. Das Tarifergebnis sieht nun eine schrittweise Erhöhung des Entgelts vor: Rückwirkend zum 01.02.2026 steigen Löhne und Gehälter je nach Entgeltgruppe zwischen 2,9 und 8,5 Prozent. Anfang 2027 erfolgt eine zweite Erhöhung um weitere 2,2 bis 5,5 Prozent. Alle Tarifbeschäftigten erhalten zudem eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro. Gewerkschaftsmitglieder können sich über eine weitere einmalige Zahlung von 100 Euro freuen. Und auch für die Auszubildenden gibt es gute Nachrichten: Ihre Vergütung wird um insgesamt 125 Euro angehoben. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 24 Monate.

„Wir sind mit einer mutigen Forderung in die Verhandlungen gegangen. Mit dem erzielten Abschluss können wir gut leben, auch wenn wir uns natürlich noch mehr erhofft hätten“, sagt Verhandlungsführer Bauer. Dass überhaupt ein Tarifabschluss erzielt werden konnte, der die unteren Entgeltgruppen über dem Mindestlohn absichert, sei vor allem auch den engagierten Beschäftigten zu verdanken. „Gemeinsam haben die Kolleginnen und Kollegen für dieses Ergebnis gekämpft. An vielen der bundesweit 19 Standorte stand Anfang des Jahres die Produktion still. Das hat ordentlich Druck ausgeübt.“

Nichts lief mehr an den drei Ost-Standorten Berlin, Dresden und Leipzig/Wiesenena.

Es gab eine starke Beteiligung und ein klares Signal an das Unternehmen! Wir brauchen ein deutliches Lohnplus mit einem klaren Mindestlohnabstand!

Als nächster Verhandlungstermin ist der 22. Januar 2026 angesetzt. Bewegt sich dort nichts, geht es nochmal vor die Tür!

Zum Flugblatt


Hintergrund: Nach drei ergebnislosen Tarifverhandlungsrunden rief die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu Warnstreiks bei der Deutsche See Fischmanufaktur auf. Am Hauptsitz in Bremerhaven und an vielen der bundesweit 19 Standorten haben die Beschäftigten die Arbeit ab dem Montagabend bis zum frühen Mittwochmorgen niedergelegt und gegen den Sparkurs der Geschäftsführung protestiert. 

Die Gewerkschaft fordert einen Anschlusstarifvertrag mit 12 Monaten Laufzeit bis 30. September 2026, 12 Prozent mehr Entgelt für alle Entgeltgruppen, 300 Euro mehr Ausbildungsvergütung sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Grundlage der Forderungen sind insbesondere die Mindestlohnerhöhung ab 1. Januar 2026 und die notwendige Wahrung der Entgeltabstände

„Wer trotz steigender Mindestlöhne, hoher Arbeitsbelastung und großer Verantwortung der Beschäftigten jede echte Verbesserung verweigert, provoziert den Konflikt bewusst“, erklärt NGG-Verhandlungsführer Björn Bauer. „Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht bereit, Reallohnverluste und Perspektivlosigkeit weiter hinzunehmen. Deshalb erhöhen wir jetzt den Druck durch Warnstreiks.“

 

Der Arbeitgeber bot bislang lediglich einen Inflationsausgleich bei 27 Monaten Laufzeit an. Für die unteren Entgeltgruppen wurde lediglich eine Angleichung an den Mindestlohn vorgeschlagen, für die Auszubildenden nur minimale Anpassungen, eine unbefristete Übernahme wurde abgelehnt. 

Auch der Versuch der Tarifkommission, über eine alternative Lösung mit einer Jahressonderzuwendung zu verhandeln, scheiterte. In der dritten Verhandlungsrunde am 28. November 2025 hatte die Geschäftsführung der Deutschen See Fischmanufaktur erklärt, dass es keinen finanziellen Spielraum für Verbesserungen gebe. Weitere Verhandlungsbereitschaft wurde nicht signalisiert.

 

 

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