Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Enttäuschter Vertrauensvorschuss und größer werdende Lohnschere in der Milchindustrie

Warnstreik als Reaktion bei den Beschäftigten beim Milchproduzenten Fude + Serrahn am Standort Gransee
3. März 2026

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Beschäftigten der Nacht- und Frühschicht zu einem mehrstündigen Warnstreik am 03.03.2026 um 05:30 Uhr vor dem Werktor aufgerufen. Damit reagieren die Beschäftigten der Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG (F&S) am Standort in Gransee auf die erfolglose Tarifverhandlung am 18.02.2026. 
 

Die Arbeitgeberseite will auf die Lohnbremse treten. Das ist für die Beschäftigten absolut unverständlich. Die Preissteigerungen für die Menschen sind weiterhin hoch, gleiches gilt für die seit Jahren zunehmende Arbeitsverdichtung. Die Kolleginnen und Kollegen sind absolut am Limit. Wir fordern grundsätzlich nicht weniger, als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Milchindustrie Ost schon bekommen. Es war bisher nur die NGG-Tarifkommission, die in den vergangenen drei Verhandlungsrunden zu Kompromissen bereit gewesen ist. Der Arbeitgeber wiederum lässt keinen ernsthaften Willen zur Einigung erkennen. „Da darf man sich nicht wundern, wenn fehlende Wertschätzung bei den Beschäftigten irgendwann sauer aufstößt“, sagt die Verhandlungsführerin Manuela Scholz von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).


Die Arbeitgeber boten in der ersten Verhandlung lediglich eine Erhöhung der Löhne und Gehälter von 2,2% auf ein Jahr. Das ist nicht mehr als Inflation. Zuletzt bot die Arbeitgeberseite +2,7% und +2,5% an, bei einer verlängerten Laufzeit von 24 Monaten.
Scholz weist weiter darauf hin, dass mit diesem Angebot die Lohnschere zwischen der Milchindustrie Ost und den Haustarifvertrag größer wird

„Bei einer Differenz von aktuell 9% und ab Juli 12% relativiert sich das Angebot wieder sehr schnell,“ betont Scholz. „Die Beschäftigten fordern eine wertschätzende und faire Entlohnung ihrer Arbeit“ unterstreicht Manuela Scholz den Willen der Beschäftigten. 

„Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass Beschäftigte die gleiche Arbeit in derselben Branche machen, allerdings für weniger Geld“, meint Scholz.


Gefordert ist die Erhöhung aller Entgelte um +13%, mindestens jedoch um 340 Euro. „Die gemeinsam beschlossene Forderung greift im Übrigen nicht nur auf, die Lohnschere schrittweise zu schließen, sondern zugleich die Verabredung mit den Arbeitgebern aus der letzten Tarifrunde 2025. In dieser hatten wir uns aufgrund der damaligen Auswirkungen in Folge der Maul- und Klauenseuche auf einen Kompromiss verständigt, deren Ausgleich sich jedoch in der Tarifrunde 2026 wiederfinden muss. Die Kolleginnen und Kollegen sind seinerzeit in eine Art Vertrauensvorschuss gegangen. Nun muss der Arbeitgeber liefern. Das tut er aber bisher nicht. Weder mit dem bisher vorgelegten Angebot noch mit der Aussage, dass es derzeit keinen neuen Verhandlungstermin braucht“, meint Scholz abschließend.
 



Hintergrund: Die Fude & Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG ist ein weltweit operierendes Produktions- und Handelsunternehmen für Milchprodukte. Zusätzlich zu eigenen Produktionsstandorten, u.a. in Berlin und Gransee werden die verschiedenen Rohstoffe im Werklohn zum End- oder Zwischenprodukt verarbeitet.

Gemeinsam noch stärker

Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.

Deine NGG im Landesbezirk Ost

Wir sind, wo Du bist - mit einem Büro in Deiner Nähe. Wir stehen Dir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Finde ein NGG-Büro in Deiner Nähe: