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Gute Nachrichten aus der Milchindustrie Ost!
Sie arbeiten oft rund um die Uhr und versorgen Millionen Haushalte in Deutschland mit Milchprodukten, Käse und Butter. Jetzt können sich die Beschäftigten der Milchindustrie Ost über ein ordentliches Lohnplus freuen. In drei Stufen steigen die Löhne und Gehälter um insgesamt 5 %.
Am Montag einigten sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Milchindustrieverband auf einen neuen Entgelttarifvertrag für das Tarifgebiet Milchindustrie Ost. Danach steigen die Löhne und Gehälter zum 1. September 2026 um 2,8 %. Weitere Erhöhungen um jeweils 1,1 % folgen zum 1. Mai 2027 und zum 1. November 2027. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 19 Monaten und endet am 31. März 2028.
Für die Auszubildenden erhöhen sich die monatlichen Vergütungen zum 1. September dieses Jahres um 50 Euro und zum 1. November 2027 um weitere 25 Euro. Zudem wurde erstmals eine Regelung zur Übernahme der Fahrtkosten zur Berufsschule vereinbart. Diese werden künftig bis zur Höhe des Azubi- beziehungsweise Deutschlandtickets erstattet.
„Dieses Ergebnis ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich und kam nur durch den Druck aus den Belegschaften zustande. Der Abschluss sichert die Einkommen der Beschäftigten und gibt Fachkräften in den milchverarbeitenden Betrieben eine Perspektive. Es zeigt sich einmal mehr: Gewerkschaft macht den Unterschied. Diese Botschaft sollte alle Beschäftigten erreichen“, erklärt NGG-Verhandlungsführer Olaf Klenke.
Nach einem anfänglichen Magerangebot von 2,3 % in der ersten Verhandlungsrunde am 20. August unterschrieben innerhalb kürzester Zeit mehr als 1.000 Beschäftigte aus den Milchbetrieben eine Lohnpetition. Zudem erfuhren Informationsaktionen zum Schichtwechsel vor den Betrieben großen Zuspruch. Dadurch entstand der nötige Druck, der schließlich den Weg für das erzielte Verhandlungsergebnis ebnete.
Unmittelbar betroffen von dem Tarifabschluss sind rund 2.300 Beschäftigte in folgenden Betrieben:
Mecklenburg-Vorpommern: die Betriebe des Deutschen Milchkontors (DMK) in Altentreptow und Waren (vormals Müritz Milch), Euro Cheese in Altentreptow, wheyco in Altentreptow sowie der Standort von Arla Foods in Upahl.
Sachsen-Anhalt: die Milchwerke Mittelelbe (Elb-Milch), die Altmark-Käserei Uelzena in Bismark, den Standort der Bayerischen Milchindustrie (BMI) in Jessen sowie das Frischli-Werk in Weißenfels.
Thüringen: das Erfurter DMK-Milchwerk.
Darüber hinaus orientieren sich zahlreiche andere Milchbetriebe an dem Abschluss.
Historie
In der ersten Tarifverhandlung für die rund 2.300 Beschäftigten der Milchindustrie Ost am 20. August hat die Arbeitgeberseite ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für dieses Jahr eine Entgelterhöhung von 6 Prozent sowie eine befristete Übernahme der Auszubildenden für mindestens 1 Jahr sowie deren Fahrkosten zur Berufsschule zu erstatten.
Das Angebot des Milchindustrieverbandes sieht lediglich vor, die Entgelte in diesem Jahr um 2,3 Prozent zu erhöhen, im kommenden Jahr um 2,5 Prozent.
Angesichts der derzeitigen Inflation von knapp 3 Prozent bei weiter steigenden Preisen wäre das für die Beschäftigten ein Reallohnminus. Die NGG Tarifkommission lehnte das Angebot einstimmig ab.
Die Gewerkschaft kritisiert zudem die ablehnende Haltung der Unternehmen, Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss für mindestens ein Jahr verbindlich zu übernehmen. Dem eigenen Nachwuchs in Zeiten des Fachkräftemangels nicht einmal eine einjährige Perspektive zu bieten ist fahrlässig und respektlos zugleich.
„Dieses Angebot ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten in der ostdeutschen Milchindustrie. Das Magerangebot wäre ein Reallohnminus und würde den Osten von den anderen Tarifgebieten der Milchwirtschaft in Deutschland abkoppeln. Damit werden sich die Kolleginnen und Kollegen nicht abspeisen lassen. Die Unternehmen sind gut beraten, die Forderungen der Beschäftigten ernst zu nehmen“, erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG Ost.
Die Gewerkschaft NGG bereitet die Belegschaften nun auf entschlossene Aktionen und Streiks vor. Nächster Verhandlungstermin ist der 14. September.
Die Milchindustrie verzeichnet im Gegensatz zu anderen Industriebranchen deutliche Umsatzzuwächse und auch die Beschäftigung wächst.
Zum Tarifgebiet:
Betroffen von den Entgeltverhandlungen sind in Mecklenburg-Vorpommern die Betriebe des Deutschen Milchkontors DMK Altentreptow, Euro Cheese Altentreptow, wheyco Altentreptow, DMK Waren (vormals Müritz Milch) sowie der Standort von Arla Foods Upahl; in Sachsen-Anhalt die Betriebe Milchwerke Mittelelbe (Elb-Milch), die Altmark-Käserei Uelzena Bismark, der Standort der Bayerischen Milchindustrie (BMI) Jessen sowie das Frischli Werk in Weißenfels; in Thüringen das Erfurter DMK-Milchwerk.
Für die rund 2.300 Beschäftigten des Tarifgebietes der Milchindustrie Ost fordert die Lebensmittelgewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Lohnerhöhung von 6 Prozent. Für die Auszubildenden in den Molkereien und Käsereien sollen die Vergütungen um 80 Euro steigen. Dazu sollen die Fahrtkosten zur Berufsschule übernommen werden, gerade im ländlichen Raum sind das oft lange Fahrtwege mit hohen Kosten. Dazu soll es nach erfolgreichem Abschluss die Übernahme von mindestens einem Jahr geben.
Die Gewerkschaft will mit deutlichen Lohnsteigerungen die Realeinkommen sichern. Neben den allgemeinen gestiegenen Lebenshaltungskosten stehen zusätzliche Belastungen im Raum. Die Politik hat Einschnitte im Gesundheitssystem, der Altersvorsorge und in anderen Bereichen angekündigt.
Die Milchindustrie verzeichnet im Gegensatz zu anderen Industriebranchen deutliche Umsatzzuwächse und auch die Beschäftigung wächst. Der aktuelle Lohn- und Gehaltstarifvertrag für die Milchindustrie Ost läuft zum 31. August 2026 aus.
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