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Haltung von Lidl und Co: Die Lohnmauer im Osten soll höher werden
Nach zwei Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeberverband der Ernährungswirtschaft (VdEW Niedersachsen/Bremen und Sachsen-Anhalt) liegt erneut kein verhandlungsfähiges Angebot vor. Bereits in der ersten Verhandlung erklärten die anwesenden Arbeitgeber deutlich, dass sie nicht bereit sind, die Löhne in ihren „Ostbetrieben“ auf Westniveau zu heben.
Dazu erklärt Uwe Ledwig, Vorsitzender der NGG im Osten und Verhandlungsführer für die Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt:
„Noch immer – 36 Jahre nach dem Mauerfall – betragen die Lohnunterschiede zu westdeutschen Schwesterbetrieben oder vergleichbaren Branchen in den 16 Betrieben und über alle Lohngruppen zwischen 273 Euro bis 2.274 Euro im Monat. Die Mauer aus Beton stand 28 Jahre. Die Lohnmauer soll nach dem Willen dieser Arbeitgeber somit wohl noch im Jahr 2099 bestehen“.
In der ersten Verhandlung boten die Arbeitgebervertreter – bei bis zu 6 Monaten ohne Erhöhung – in vier Schritten (jeweils zum 01.07. der Jahre 2026 bis 2029) 2,8%, 2,7%, 2,5% und 2% an. Die Laufzeit des Vertrages sollte 4 Jahre bis 4 Jahre und 3 Monate betragen.
Das heutige Angebot blieb unverändert, lediglich der Abstand zum Mindestlohn von 13,90 Euro soll um 10 Cent – aber auch erst zum 01.07.2026 – erhöht werden. Damit liegt das Angebot deutlich unter den Abschlüssen der Vergleichsbetriebe.
Ledwig weiter: „Das kann nur auf absolutes Unverständnis stoßen und muss für viele Beschäftigten wie ein „Knüppel auf den Kopf“ wirken und es widerspricht ihren wohlfeilen Worten. Angeblich gibt es für sie kein Ost und West mehr. Beim Lohn aber definitiv schon und es gibt keinen Willen, daran etwas zu ändern.
Zum Hintergrund: Zum Tarifgebiet gehören insgesamt 15 Betriebe mit gut 3000 Beschäftigten. Davon unter anderem 4 Betriebe (3x MEG und Bonback) der Schwarz – Produktionsgruppe (Lidl, Kaufland) mit gut 800 Beschäftigten, Ditsch, Rotkäppchen Sekt, Burger Knäcke, Freiberger und Hasa (Südzucker AG), Füngers (Wernsing-Gruppe), Schlossbrunnen Gaensefurther (Hassia-Gruppe), 2 Betriebe Deutsche Tiernahrung Cremers, Wergona und Maewa Aschersleben.
Diese Betriebe sind in 6 verschiedenen Tariftabellen aufgespalten. Die vereinbarten Stundenlöhne differieren im Ecklohn (Facharbeiter) zwischen 16,00 Euro bis 18,66 Euro. Die Einstiegslöhne liegen zwischen 13,07 Euro bis 13,77 Euro
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