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Keine Beerenverarbeitung in Nauen: Warnstreik legt Lebensmittelfabrik lahm

Erster Warnstreik in der Geschichte des Werks
2. November 2026
Streikende vor dem Werkstor Streikende vor dem Werkstor

Berlin, den 2. November 2026

Wo sonst Früchte verarbeitet werden und die Kessel dampfen, zeigt sich heute der Frust der Beschäftigten. In Nauen legen die Arbeitnehmer der ADM Wild Nauen GmbH die Arbeit nieder. Die rund 130 Beschäftigten sind durch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) von 10:30 – 17:30 Uhr im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen zum Warnstreik aufgerufen. Die NGG fordert 8,9 % mehr Lohn und eine Angleichung auf 95 % des Lohnniveaus des Berliner Schwesterwerks.
Bei der Einfahrt in die Kreisstadt Nauen zeigt sich heute ein ungewöhnliches Bild: Vor dem Lebensmittelwerk stehen Menschen mit Trillerpfeifen und Schildern. Sie streiken, das erste Mal in der Geschichte des Werks. Damit erhöht die Gewerkschaft NGG den Druck in den Tarifverhandlungen mit dem weltweit agierenden Lebenskonzern ADM. Die ersten beiden Verhandlungen blieben ohne Ergebnis.
„Den Beschäftigten reicht es. Sie wollen nicht wie Beschäftigte zweiter Klasse gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen im Spandauer Werk behandelt werden“ sagt Sebastian Riesner, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG über die Gründe für den Streik. „Die aktuellen Preissteigerungen bekommen sie nicht weniger zu spüren als die Berliner. Unsere Forderung nach 8,9 % und damit einen deutlichen Angleichungsschritt an Berlin ist deshalb mehr als berechtigt. Wir erwarten jetzt, dass sich das erfolgreiche Betriebsergebnis auch im Geldbeutel wiederfindet!“ so Riesner weiter.
Die Lohnlücke zwischen den keine 30km voneinander entfernten Werken beträgt aktuell 11,4 %, im April 2027 erhöht sie sich auf 14,6 %. In Berlin hatte die NGG im Sommer 2026 einen Tarifabschluss erreicht. Die bisherigen Angebote auf dem Nauener Verhandlungstisch sieht die NGG als unzureichend. Sebastian Riesner erklärt: „Das erste Angebot sieht einen Erhöhungsschritt von 0,18 % zu Berlin vor. Damit bräuchten wir noch 42 Jahre bis zur Angleichung. Das zweite Angebot ist eine Mogelpackung, denn den Angleichungsschritt müssten die Beschäftigten durch geringe Erhöhungen zu Beginn letztlich selbst bezahlen. Das machen wir beides nicht mit!“

Hintergrund: Im Lebensmittelwerk von ADM Wild Nauen GmbH arbeiten rund 130 Beschäftigte in der Fruchtverarbeitung. Das Werk gehört ebenso wie die zwei weiteren deutschen Standorte von ADM Wild in Berlin und Eppelheim zum Lebensmittelkonzern ADM mit 44.000 Beschäftigten weltweit und Sitz in Chicago.

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