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NGG fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren
In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden in den kommenden Jahren durchschnittlich rund 121.390 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Bis zum Jahr 2035 werden dort insgesamt rund 3,72 Millionen Menschen im Ruhestandsalter sein. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Landesbezirk Ost hin.
Für alle Beschäftigten, die künftig in den Ruhestand gehen, fordert die NGG die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Die Diskussionen um eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung sorgen nach Einschätzung der Gewerkschaft für erhebliche Verunsicherung. Insbesondere Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen der 45 Beitragsjahre stehen oder diese bereits erfüllt haben, verfolgen die Debatte mit Sorge.
„Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat, muss sich darauf verlassen können, ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. Die Lebensleistung von Beschäftigten darf nicht infrage gestellt werden“, erklärt die Gewerkschaft NGG im Landesbezirk Ost.
Wer früh ins Berufsleben startet, dürfe dafür nicht bestraft werden. Viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien seien keine Spitzenverdienenden, sondern Beschäftigte, die über Jahrzehnte hinweg in Produktion, Handwerk, Gastronomie oder Dienstleistung gearbeitet hätten.
„Gerade die Beschäftigten der Ernährungsindustrie sowie in Bäckereien, Gastgewerbe und Systemgastronomie leisten körperlich und psychisch anspruchsvolle Arbeit. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen“, betont die Gewerkschaft NGG.
Die Gewerkschaft warnt die Bundesregierung davor, bei der geplanten Rentenreform die Interessen langjährig Versicherter aus dem Blick zu verlieren. Die NGG appelliert an die Bundesregierung, die Reform sozial gerecht auszugestalten und an der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren festzuhalten.
Mit deutlicher Kritik reagiert die Gewerkschaft auf Forderungen nach einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters.
„Die steigende Lebenserwartung darf nicht dazu führen, dass Menschen immer länger arbeiten müssen. Wer jahrzehntelang körperlich belastende Arbeit geleistet hat, kann nicht beliebig länger im Erwerbsleben bleiben. Eine Anhebung des Rentenalters wäre für viele Beschäftigte nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür“, so die NGG.
Kritisch sieht die Gewerkschaft zudem Konzepte, die die Altersvorsorge stärker von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten abhängig machen würden. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und weiterhin die zentrale Säule der Alterssicherung bilden. Außerdem spricht sich die NGG dafür aus, das Rentenniveau dauerhaft zu sichern und an die Lohnentwicklung zu koppeln.
Gemeinsam noch stärker
Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.
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