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Verantwortungslos: Unternehmensgruppe Müller kündigt Teil- und Werksschließungen an

NGG kritisiert die geplanten Schließungen von Homann und Sachsenmilch scharf
9. Oktober 2026

Noch vor wenigen Wochen kündigte die Unternehmensgruppe Theo Müller an, die sächsische Molkerei Vogtlandmilch in Plauen zu übernehmen. In dieser Woche wurde nun eine Teilschließung der Käserei am Standort Sachsenmilch in Leppersdorf sowie die komplette Schließung des Homann-Werks in Rogätz in Sachsen-Anhalt angekündigt.

Das Unternehmen kauft Werke und schließt sie wieder. Die Beschäftigten können dabei nur zuschauen. Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Menschen, die dort teilweise seit Jahrzehnten arbeiten. Jahrelang wurden an den Standorten Gewinne erwirtschaftet und gutes Geld verdient. Statt die Betriebe zu modernisieren, an die Marktbedingungen anzupassen und weiterzuentwickeln, werden sie nun abgewickelt. Erneut regiert das Profitinteresse einer der reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Die Menschen, die diesen Reichtum erst geschaffen haben, bleiben auf der Strecke. Das ist schäbig!

Diese Entwicklung ist kein Einzelfall. Bereits 2024 wurde der Landliebe-Standort in Schefflenz geschlossen. Die Produktion wurde auf Müller-Standorte in Aretsried und Leppersdorf verlagert. Nun soll auch das Landliebe-Werk in Heilbronn bis Ende 2026 abgewickelt werden. 

Wiederholt zeigt sich dieselbe Systematik: Müller kauft, verlagert und schließt. Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet das Unsicherheit, Arbeitsplatzverlust und den Abbau industrieller Strukturen in den Regionen. Während über Werke und Belegschaften entschieden wird, wechseln Betriebe zwischen milliardenschweren Eigentümern den Besitzer. Die Interessen der Beschäftigten bleiben dabei erneut auf der Strecke.

Bei HOMANN am Standort Rogätz kämpft die NGG gemeinsam mit dem Betriebsrat für Perspektiven der Beschäftigten, insbesondere durch einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Beschäftigungsmöglichkeiten in der strukturschwachen Region sind rar gesät. Jahrelang war der Standort aufgrund seiner spezialisierten Produktionsmöglichkeiten eine Ertragsperle. Nur auf Verschleiß zu fahren, rächt sich jetzt. Es stellt sich die Frage: Was hat das Unternehmen unternommen, um den seit längerer Zeit veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen gerecht zu werden? Offensichtlich nichts!

Für die Beschäftigten bei Sachsenmilch-Standort Leppersdorf erwarten wir, dass allen Betroffenen gleichwertige Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens angeboten werden. Zu gleichen Bedingungen und ohne Nachteile.

Zudem fragen wir: Warum wurde der Betriebsrat erst so spät beteiligt?

Wir beraten unsere NGG-Mitglieder bei einem Wechsel in andere Abteilungen und bei möglichen Änderungen ihrer Arbeitsverträge. 

Falls euch etwas vorgelegt wird: Unterschreibt nichts voreilig! Lasst euch vorher beraten.

Offen bleibt auch die Perspektive für Vogtlandmilch. Die Beschäftigten brauchen hier schnell Klarheit und Sicherheit für ihre Arbeitsplätze.

Gemeinsam noch stärker

Rund 180.000 Mitglieder sind wir schon in der NGG. Aber wir wollen mehr werden: je mehr wir in der Gewerkschaft sind, desto stärker sind wir.

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